Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Konjunkturprognose deutlich nach unten korrigiert. Grund ist der anhaltende Iran-Krieg, der die deutsche Wirtschaft belastet. Während die Experten im März noch ein Wachstum von rund einem Prozent für 2026 vorhergesagt hatten, rechnen sie nun mit einer vorübergehenden Rezession.
Technische Rezession erwartet
Wie die Berliner Ökonomen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in ihrer aktuellen Prognose erklären, könne die Wirtschaftsleistung im laufenden Frühjahrs- und im Sommerquartal leicht schrumpfen. Folgen zwei Quartale mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt aufeinander, wird von einer technischen Rezession gesprochen. Dennoch blicken die Forscher optimistisch auf das Jahresende: Dann soll sich die Wirtschaft wieder stabilisieren, gestützt durch die Finanzpakete der Bundesregierung.
Wachstumsprognose gesenkt
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das DIW nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent, statt wie zuvor 1 Prozent. „Dass die Wirtschaft in diesem Jahr überhaupt noch wächst, ist allein der öffentlichen Hand zu verdanken“, erklärt DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Für 2027 prognostizieren die Experten ein Plus von 0,8 Prozent, nach ursprünglich 1,4 Prozent. Der Energiepreisschock bremse die Erholung spürbar, aber es handle sich nicht um eine Wiederholung der Krise von 2022/23.
Energieversorgung gesichert
Der Schock durch den Iran-Krieg, der sich vor allem an den Tankstellen bemerkbar macht, sei weniger dramatisch als befürchtet. „Die Energieversorgung ist noch gesichert, und Deutschland ist heute weniger abhängig von fossilen Importen als nach Beginn des Ukrainekriegs“, führt Dany-Knedlik aus. Die Preise an den Tankstellen liegen oft wieder unter zwei Euro pro Liter.
Appell an die Bundesregierung
Die Wirtschaftsexperten warnen die Bundesregierung jedoch vor falschen Maßnahmen. Der Tankrabatt habe sich als zu ungenau erwiesen und vor allem Mineralölkonzerne gestützt. Diesen Fehler solle die Regierung nicht wiederholen. „Eine Energiekostenpauschale – ähnlich wie 2022 – ist dafür das richtige Instrument“, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Er empfiehlt gezielte Hilfen für Haushalte und Unternehmen, um die Konjunktur nachhaltig zu stützen.



