Ifo-Institut: Exporterwartungen steigen leicht, Branchen gemischt
Ifo-Exportbarometer steigt auf minus 3,3 Punkte im Juli

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte erneut leicht verbessert. Das Ifo-Barometer für die Exporterwartungen stieg im Juli auf minus 3,3 Punkte, nach minus 3,6 Punkten im Juni, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Es ist der zweite Anstieg in Folge, nachdem der Indikator zuvor mehrere Monate gefallen war.

Exportwirtschaft kommt nicht richtig in Schwung

„Die Exportwirtschaft kommt weiterhin nicht richtig in Schwung“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Die Unternehmen hoffen auf stärkere Impulse aus den internationalen Absatzmärkten.“ Trotz der leichten Erholung bleibt das Barometer im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass mehr Unternehmen mit sinkenden als mit steigenden Exporten rechnen.

Der leichte Anstieg ist vor allem auf einige optimistische Branchen zurückzuführen. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sind weiterhin sehr zuversichtlich. Auch die Getränkehersteller zeigen sich optimistisch. „Im Maschinenbau und bei den Nahrungsmittelherstellern ist die Zuversicht zurückgekehrt“, betonte das Ifo-Institut. Diese Branchen hatten zuvor eher mit rückläufigen Auslandsumsätzen gerechnet.

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Automobilindustrie unter Druck

In der Automobilindustrie legten die Exporterwartungen zwar ebenfalls zu, verharrten aber im negativen Bereich. Der Branche setzen US-Zölle und die wachsende Konkurrenz durch chinesische E-Autobauer zu. Hinzu kommen die schwache Nachfrage in wichtigen Märkten wie China und Europa sowie die Unsicherheit über die künftige Handelspolitik der USA.

Einen deutlichen Rückschlag mussten die Hersteller von elektronischen und optischen Erzeugnissen hinnehmen. Sie rechnen nun mit sinkenden Exporten. Auch die Hersteller von Metallerzeugnissen erwarten rückläufige Auslandsumsätze. Das Münchner Institut sieht hier eine Verschlechterung der Geschäftsaussichten.

Warenexporte wachsen um drei Prozent

Von Januar bis Mai wuchsen die deutschen Warenexporte um drei Prozent auf mehr als 676 Milliarden Euro. Dies zeigt, dass die Exporte insgesamt zwar steigen, aber das Tempo nachlässt. „Die Welt kauft weiterhin deutsche Produkte“, sagte Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. „Doch der Welthandel wird volatiler, politischer und härter umkämpft.“ Deutschland brauche dafür eine langfristige Handelsstrategie, die neue Märkte erschließe, bestehende Partnerschaften stärke und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig sichere.

Branchen im Detail: Licht und Schatten

Der gemischte Ausblick spiegelt sich in den einzelnen Branchen wider: Während die Elektroindustrie und die Nahrungsmittelhersteller wieder optimistischer sind, bleiben die Metallindustrie und die Optikbranche pessimistisch. Die Chemieindustrie zeigte sich ebenfalls verhalten. Ifo-Experte Wohlrabe ergänzte, dass viele Unternehmen auf eine Belebung der Weltkonjunktur hoffen, insbesondere aus den USA und Asien. Derzeit belasten geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Exportperspektiven.

Die deutsche Exportwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Exportstrategie zu überarbeiten und mehr Freihandelsabkommen anzustreben. Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Ausfuhren in die USA und nach China leicht gestiegen sind, während die Exporte nach Großbritannien aufgrund des Brexits rückläufig waren.

Ausblick: Hoffnung auf zweite Jahreshälfte

Das Ifo-Institut erwartet, dass die Exporte im weiteren Jahresverlauf moderat zunehmen werden, sofern sich die Weltkonjunktur stabilisiert. Die Unternehmen bleiben jedoch vorsichtig, da die Unsicherheiten groß sind. „Die Exporteure müssen flexibel reagieren und neue Märkte erschließen“, so Wohlrabe. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der leichte Aufwärtstrend anhält.

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