Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli 2026 auf 86,6 Punkte gestiegen – der dritte Anstieg in Folge. Damit verbessert sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen trotz der anhaltenden Unsicherheit durch den Iran-Krieg und steigender Ölpreise. Das Münchner Ifo-Institut gab am Montag bekannt, dass der Index von revidiert 85,7 Punkten im Juni auf nun 86,6 Zähler kletterte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 86,0 Punkten gerechnet.
Ifo-Chef: „Weniger pessimistisch“ trotz Golf-Krise
„Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch“, erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage etwas skeptischer als im Vormonat, blicken aber deutlich optimistischer auf die kommenden Monate. Dieser Optimismus spiegelt sich in den Erwartungskomponenten des Index wider, die stärker anstiegen als die Lagebewertung.
Iran-Krieg belastet Ölpreise und Lieferketten
Im Nahen Osten waren die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder aufgeflammt. Dies trieb die Ölpreise nach oben und verschärfte die Probleme entlang der internationalen Lieferketten. Insbesondere die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl, Gas und Rohstoffe, ist weiterhin nicht vollständig passierbar. Die Öffnung dieser Passage gilt als entscheidender Impuls für die unter hohen Energiepreisen leidende Weltwirtschaft.
Energiepreise belasten Unternehmen weiter
Bereits seit Monaten ächzen viele deutsche Unternehmen unter den hohen Energiepreisen. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten hat diese Belastung noch verstärkt. Dennoch scheinen die Firmen allmählich zu lernen, mit den höheren Kosten umzugehen. Die verbesserten Geschäftsaussichten deuten darauf hin, dass die Unternehmen eine allmähliche Stabilisierung der Lage erwarten.
Ifo-Umfrage: Rund 9.000 Führungskräfte befragt
Die Daten des Ifo-Geschäftsklimaindex basieren auf einer monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungssektor. Der Index gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung in Deutschland. Der Anstieg im Juli ist ein positives Signal, auch wenn viele Risiken – insbesondere die geopolitische Lage – bestehen bleiben.
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