USA verhängen 50-Prozent-Zoll auf kanadische Importe
Kurz nach dem Ende der gemeinsam ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft hat US-Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit Kanada drastisch verschärft. Am Montag unterzeichnete er eine Anordnung, die einen Strafzoll von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Produkte vorsieht. Das Weiße Haus begründete den Schritt mit der „diskriminierenden Behandlung“ von US-Autos, Alkohol und Milchprodukten durch Kanada. Die Zölle basieren auf einem fast hundert Jahre alten Handelsgesetz von 1930 und sollen am 19. August in Kraft treten.
Betroffene Produkte: Wein, Hockeyschläger, Zement und mehr
Laut US-Regierung sind unter anderem Wein, Hockeyschläger, Zement, Möbel und Kleidung von den neuen Zöllen betroffen. Ausgenommen sind Energieprodukte und Waren, die bereits anderen branchenspezifischen Zöllen unterliegen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte: „Während die Regierung weiterhin faire und gegenseitige Handelsabkommen sichert, übt Kanada im Gegensatz zu anderen Partnern und Verbündeten weiterhin Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten.“
Zusammenhang mit Waldbränden und Luftverschmutzung
Die Zollankündigung erfolgte nur wenige Tage, nachdem Trump wegen der hohen Luftverschmutzung in den USA durch kanadische Waldbrände mit neuen Strafzöllen gedroht hatte. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die den USA entstehenden Kosten müssten „zwangsläufig“ den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden. Er kündigte an, Premierminister Mark Carney anzurufen, um zu erfahren, was dieser gegen die Luftverschmutzung unternehme.
Die Rauchschwaden stammen hauptsächlich von Dutzenden Waldbränden in der kanadischen Provinz Ontario und dem nördlichen US-Bundesstaat Minnesota. Betroffen waren weite Teile des Nordostens der USA und Kanadas, darunter Metropolen wie Toronto, Chicago, Detroit und Washington. Die Sicht auf die Skyline New Yorks war erheblich beeinträchtigt, und Brandgeruch lag in der Luft.
Trump wirft Kanada mangelhafte Waldpflege vor
Trump warf Kanada vor, seine Wälder und das darin befindliche Gestrüpp nicht richtig zu pflegen, wodurch die Brände erst möglich würden. Die USA würden „unnötigerweise mit dreckiger, verschmutzter und ungesunder Luft belastet, deren Qualität gefährlich und völlig inakzeptabel ist!“. Wissenschaftliche Erkenntnisse führen die Waldbrände in Nordamerika jedoch primär auf den Klimawandel zurück.
Auswirkungen auf Fußball-WM-Finale
Die Luftverschmutzung hatte Befürchtungen ausgelöst, dass das Finale der Fußball-WM in der Nähe von New York verschoben oder verlegt werden müsste. Es konnte jedoch am Sonntag wie geplant stattfinden. Trump war als Ehrengast im Stadion anwesend und wurde vor der Siegerehrung vom Publikum ausgebuht.



