Neue 12-Uhr-Regel an Tankstellen zeigt keine Wirkung: Preise steigen weiter
Neue 12-Uhr-Regel an Tankstellen zeigt keine Wirkung: Preise steigen weiter

Seit einer Woche gilt an deutschen Tankstellen eine neue Regel: Die Preise dürfen nur noch einmal täglich um 12 Uhr steigen, ansonsten nur sinken. Die Maßnahme sollte den Preisanstieg durch den Iran-Krieg bremsen, hat aber bisher keinen Erfolg gezeigt. An einer Tankstelle bei Stuttgart kostet der Liter Diesel 2,43 Euro, und die Kunden sind unzufrieden.

„Günstiger ist es nicht geworden, eher teurer“, sagt Monika Trick. Tankstellen-Inhaber Diethelm Jaspers, der vier Tankstellen im Stuttgarter Speckgürtel betreibt, bezeichnet die Regel als „Witz“. Früher seien die Preise mal hoch und mal runter gegangen, jetzt gingen sie nur noch hoch und nicht mehr so viel runter. Er müsse viel mit der Wut seiner Kunden umgehen, könne aber selbst nichts für die Preise, die die Mineralölkonzerne festlegten.

Thomas Zens, Betreiber einer freien Tankstelle bei Karlsruhe, spürt ebenfalls den Unmut der Kunden. Er gibt seine Preise um 12 Uhr auf Verdacht ein, meist acht bis zehn Cent höher, und passt sie dann nach unten an, wenn nötig. „Ich habe wirklich keinen Anhaltspunkt, ich weiß auch nicht, was die Mitbewerber machen“, sagt er. Das sei jedes Mal ein fürchterliches Gefühl.

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Der ADAC hat die Spritpreise seit Beginn des Iran-Kriegs verglichen und stellt fest: Die Preise sind dauerhaft gestiegen, auch in den letzten sieben Tagen. Eine ADAC-Sprecherin sagt: „Wenn man den Mineralölkonzernen nur noch einmal am Tag die Möglichkeit gibt, die Preise zu erhöhen, dann überziehen sie ein Stück weit und preisen damit einen gewissen Risikoaufschlag mit ein.“

Diskutiert werden weitere staatliche Maßnahmen wie Steuersenkungen, eine Preisdeckelung oder eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Der Wirtschaftswissenschaftler Lars Feld von der Universität Freiburg rät jedoch von solchen Eingriffen ab: „Es ist dringend erforderlich, die Preisbewegungen wirken zu lassen, weil das dann zu den Einschränkungen im Verbrauch führt, die man braucht.“

Trotz gefallener Rohölpreise aufgrund einer angekündigten Waffenruhe im Iran-Krieg wurden die Spritpreise um 12 Uhr erneut angehoben. An der Stuttgarter Tankstelle stieg der Dieselpreis um einen Cent, Super sogar um sieben Cent. Feld geht davon aus, dass es noch eine Weile dauert, bis die Preise an den Zapfsäulen fallen.

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