Hohe Spritpreise treiben Tafeln in Sachsen-Anhalt in die Krise
Hohe Spritpreise treiben Tafeln in Sachsen-Anhalt in die Krise

Die gestiegenen Spritpreise setzen die Tafeln in Sachsen-Anhalt zunehmend unter Druck. Höhere Fahrtkosten für Transporte erschweren die Versorgung bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln. „Die höheren Preise sind spürbar, das stellt die Tafeln vor erhebliche Herausforderungen“, sagt Kai-Gerrit Bädje, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Sachsen-Anhalt.

Besonders betroffen sind die Tafeln in den Randgebieten des Landes. Das zentrale Lager, über das ein Großteil der Lebensmittel verteilt wird, befindet sich in Staßfurt im Salzlandkreis. Viele Tafeln holen dort die Ware ab, fahren zurück zu ihren Standorten und verteilen die Lebensmittel anschließend an die Ausgabestellen. Vor allem die großen Transportfahrzeuge verursachen enorme Kosten.

Auch die Tafel in Merseburg steht unter Druck: Mit zwei Fahrzeugen legt sie täglich rund 150 Kilometer zurück und versorgt bis zu 3.000 Menschen. Gleichzeitig steige die Nachfrage, täglich kämen neue Bedürftige hinzu. Die Tafel steht deshalb kurz davor, ihr Angebot einzuschränken oder einen Aufnahmestopp zu verhängen.

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Bei der Tafel in Zeitz, mehr als 100 Kilometer vom Zentrallager entfernt, haben sich die Tankausgaben verdoppelt. Um Kosten zu sparen, setzt die Einrichtung auf neue Logistikwege. Ein Lkw des Zentrallagers liefert auf einer ohnehin geplanten Fahrt Lebensmittel nach Zeitz und nimmt auf dem Rückweg Backwaren eines nahegelegenen Bäckers mit zurück ins Lager. Die fünf Dieselfahrzeuge der Tafel bleiben jedoch ein erheblicher Kostenfaktor.

Kai-Gerrit Bädje warnt: „Ich habe die Sorge, dass wir in absehbarer Zeit nicht mehr ausreichend Mittel haben, um den Transport an die Tafeln zu gewährleisten. Das führt dazu, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen weniger Unterstützung bekommen.“ In Sachsen-Anhalt gibt es 35 Tafeln, die rund 42.500 bedürftige Menschen versorgen. Finanziert werden sie überwiegend über Spenden, zusätzlich unterstützt das Land jährlich mit 50.000 Euro – aus Sicht des Verbandes zu wenig.

Bädje wünscht sich mehr Unterstützung durch die öffentliche Hand, etwa in Form von Spenden und staatlichen Zuschüssen. „Wir als Tafeln können nur versuchen, die Menschen in ihren Lebenslagen zu unterstützen“, sagt er. „Für die Grundversorgung ist letztlich der Staat verantwortlich.“

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