Das Hofer Schlappenbier wird künftig nicht mehr in Hof gebraut. Die Veranstalter des Schlappentags, die Privilegierte Scheiben-Schützen-Gesellschaft in Hof (PSSG), haben sich entschieden, die Zusammenarbeit mit der Scherdel-Brauerei fortzusetzen, obwohl deren Standort Hof Ende 2026 aus wirtschaftlichen Gründen schließen soll. Das Bier für den Schlappentag wird dann in Neuensalz im sächsischen Vogtlandkreis hergestellt.
Die PSSG erklärte, man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, zumal eine in Hof ansässige Brauerei sich ebenfalls beworben hatte. Man sei jedoch überzeugt, dass das Schlappenbier auch künftig den hohen Ansprüchen genügen werde, trotz des neuen Brauorts.
Der Hofer Schlappentag ist eines der ältesten Schützen- und Handwerkerfeste Deutschlands und wird jedes Jahr eine Woche nach dem Pfingstmontag gefeiert – 2025 am 1. Juni. Zu den traditionellen Elementen des Festes gehören ein Schützenwettbewerb, ein großer Umzug und das speziell für diesen Tag eingebraute Schlappenbier. Seit 2019 ist der Schlappentag Immaterielles Kulturerbe.
Die Kulmbacher Gruppe als Eignerin von Scherdel hatte im vergangenen Herbst angekündigt, den Standort Hof aufzugeben. Ende 2026 soll die traditionsreiche Braustätte schließen, da ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich sei. Kulmbacher hatte Scherdel 2003 nach einer Insolvenz übernommen. Der rückläufige Bierkonsum in Deutschland und steigende Rohstoffpreise setzen viele Brauereien unter Druck.



