Die Deutsche Bahn hat Berichten von „Bild“ und „Spiegel“ zufolge im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn im dreistelligen Millionenbereich im Kerngeschäft erzielt. Dies ist das erste Mal seit sieben Jahren, dass der bundeseigene Konzern schwarze Zahlen im eigentlichen Hauptgeschäft schreibt. Das Unternehmen wollte sich vor der offiziellen Bekanntgabe der Kennzahlen am Vormittag nicht dazu äußern.
Rekord bei Fahrgastzahlen
Im ersten Halbjahr 2026 zählte die Bahn den Berichten nach rund 960 Millionen Fahrgäste – laut „Bild“ 17 Millionen mehr als im Vorjahr und damit ein Rekord. Als Hauptgrund wird die Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen genannt. Vor allem Pendler im Nahverkehr seien laut Einschätzung der Bahn vom Auto auf die Bahn umgestiegen. Während Benzin in den vergangenen Monaten immer teurer wurde, seien die Preise bei der Bahn stabil geblieben. Auch im Fernverkehr habe die Nachfrage seit April deutlich zugelegt.
Rabattangebote treiben Nachfrage
Die neuen Rabattangebote des Unternehmens dürften die Nachfrage zusätzlich angekurbelt haben. Das Last-Minute-Ticket wurde den Berichten zufolge von 600.000 Fahrgästen genutzt, das Familienticket von 200.000 Reisenden. Die kostenlose Jugend-Bahncard 25 sei rund 50.000 Mal bestellt worden.
Konzernumbau und Sanierung
Bahnchefin Evelyn Palla stellt heute die Halbjahresbilanz vor. Der Konzern fiel in der jüngeren Vergangenheit nicht nur mit schwacher Pünktlichkeitsquote und maroder Infrastruktur auf, sondern auch mit schlechten Geschäftszahlen. 2025 verzeichnete die Bahn unter dem Strich einen Milliardenverlust. Palla leitete zuletzt einen umfangreichen Konzernumbau ein, der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Im Fernverkehr läuft ein eigenes Sanierungsprogramm.



