Die EU-Kommission hat den Verkauf der Lacksparte des deutschen Chemiekonzerns BASF an den US-Finanzinvestor Carlyle genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte, bestehen keine kartellrechtlichen Bedenken gegen die Transaktion. Die Übernahme umfasst das globale Geschäft mit Autolacken sowie Teilen des Industrielackgeschäfts.
Keine Wettbewerbsbedenken
Die Prüfung habe ergeben, dass der Zusammenschluss nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung des wirksamen Wettbewerbs im Europäischen Wirtschaftsraum führen werde, erklärte die Kommission. BASF und Carlyle seien in ausreichendem Maße Wettbewerbern ausgesetzt. Zudem verfügten die Kunden über genügend Ausweichmöglichkeiten.
Details der Transaktion
BASF hatte den Verkauf seiner Lacksparte im Juni angekündigt. Der Kaufpreis liegt bei rund 3,15 Milliarden Euro. Die Transaktion umfasst auch die Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 500 Millionen Euro. Durch den Verkauf will sich BASF auf sein Kerngeschäft konzentrieren und seine Bilanz stärken.
Die Lacksparte von BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit etwa 10.000 Mitarbeiter. Carlyle, einer der größten Private-Equity-Investoren weltweit, plant, das Geschäft weiterzuentwickeln und auszubauen.
Reaktionen und Ausblick
BASF-Chef Martin Brudermüller begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. Der Abschluss der Transaktion werde nun zügig vorbereitet und sei für das vierte Quartal 2023 vorgesehen. Auch bei Carlyle zeigte man sich zufrieden: Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Management und den Mitarbeitern der Lacksparte.
Analysten bewerteten den Schritt positiv. Der Verkauf ermögliche BASF, sich stärker auf margenstärkere Geschäfte zu konzentrieren. Carlyle wiederum erhalte Zugang zu einem etablierten Marktführer in der Lackindustrie.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung weiterer Wettbewerbsbehörden, darunter in den USA und China. Mit einem Abschluss wird jedoch noch in diesem Jahr gerechnet.



