Der Bund verhält sich bei der Commerzbank wie ein bockiges Kind. Er blockiert die strategische Weiterentwicklung der Bank, obwohl er als Aktionär eigentlich eine treibende Kraft sein sollte. Sven Prange kommentiert die Situation.
Hintergrund der Blockade
Der Bund hält noch immer einen Anteil von rund 15 Prozent an der Commerzbank. Diese Beteiligung stammt aus der Finanzkrise, als der Staat die Bank mit Steuergeldern stützte. Eigentlich sollte sich der Bund zurückziehen, doch stattdessen verhindert er notwendige Schritte.
Die Commerzbank braucht dringend eine Neuausrichtung. Die Zahlen sind schwach, die Kosten sind hoch, und die Konkurrenz ist stark. Eine Fusion oder ein strategischer Partner wären sinnvoll. Doch der Bund lehnt ab.
Auswirkungen auf die Bank
Die Blockade des Bundes schadet der Commerzbank. Die Aktie fiel zuletzt um 2,2 Prozent. Analysten kritisieren die mangelnde Entscheidungsfähigkeit. „Der Bund muss sich klar positionieren“, sagt ein Experte. „Entweder er steigt aus oder er treibt die Konsolidierung voran.“
Die Bank selbst ist frustriert. Vorstandschef Manfred Knof hatte mehrfach für eine Konsolidierung geworben. Doch der Bund verweigert sich. Das Verhalten sei „kindisch“, so ein Insider.
Politische Dimension
Die Blockade hat auch eine politische Seite. Der Bund will keine Arbeitsplätze gefährden. Zudem fürchtet er eine Niederlage bei der nächsten Wahl. Doch die Wirtschaft braucht starke Banken. Die Commerzbank ist systemrelevant.
Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, wie schädlich politische Einmischung sein kann. Der Hurrikan Donald, der über Europa zog, sorgte für Chaos. Ähnlich chaotisch ist die Haltung des Bundes bei der Commerzbank.



