Der US-Autohersteller Tesla verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen negativen Cashflow von 1,1 Milliarden US-Dollar, wie aus den am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Trotz Rekordumsätzen belasteten hohe Investitionen und operative Kosten die Liquidität. Aktien-Analyst und Automobil-Experte Jürgen Pieper äußerte sich im Podcast „Handelsblatt Today“ zu den anhaltenden Fusionsgerüchten um SpaceX und Tesla: „Die Fusion wird kommen, weil Musk es einfach will. Aber ich glaube nicht, dass das ein genialer Wurf sein wird.“ Pieper hält die Pläne für überambitioniert und zweifelt an einem nachhaltigen Erfolg.
Milliardenstrafe gegen Google unter dem Digital Markets Act
Im zweiten Teil der Sendung ordnete Handelsblatt-EU-Reporterin Olga Scheer die von der EU-Kommission verhängte Strafe in Höhe von 890 Millionen Euro gegen Google ein. Die Sanktion erfolgte aufgrund von Verstößen gegen den Digital Markets Act (DMA). Scheer betonte, dass die Höhe des Urteils beispiellos sei und weitreichende Konsequenzen für den Technologieriesen haben könnte. Zudem stellte sie die Frage, ob der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Strafe mit Zollerhöhungen gegen die EU beantworten könnte – eine Spekulation, die angesichts der angespannten Handelsbeziehungen nicht völlig aus der Luft gegriffen sei.
Negative Cashflow bei Tesla trotz Rekordumsätzen
Der negative Cashflow von 1,1 Milliarden US-Dollar bei Tesla überrascht viele Analysten, da das Unternehmen zuvor von steigenden Verkaufszahlen profitierte. Pieper erklärte, dass die hohen Ausgaben für neue Fabriken und die Entwicklung von Technologien wie dem autonomen Fahren die Kasse belasteten. Auf der Quartalskonferenz äußerte sich Tesla-CEO Elon Musk nicht direkt zu den Fusionsgerüchten, ließ aber durchblicken, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen SpaceX und Tesla langfristig sinnvoll sei. Pieper kommentierte: „Musk treibt seine Visionen voran, aber die Realität der Märkte ist oft gnadenlos.“
EU-Strafe: Signalwirkung für den Digital Markets Act
Die 890-Millionen-Euro-Strafe gegen Google ist die bislang höchste Sanktion im Rahmen des DMA. Laut Olga Scheer soll das Urteil ein klares Signal an alle großen Technologiekonzerne senden, dass die EU-Kommission die neuen Wettbewerbsregeln konsequent durchsetzt. Google habe gegen die Verpflichtung verstoßen, Nutzern eine echte Wahl bei der Suchmaschinenauswahl zu bieten. Die Strafe könnte zudem Auswirkungen auf laufende Verfahren gegen Apple, Meta und Amazon haben. „Die EU zeigt mit diesem Schritt, dass sie es ernst meint – auch wenn die Summe für Google nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“, so Scheer.
Auswirkungen auf die Märkte und politische Implikationen
Die Ankündigung der EU-Strafe führte zu leichten Kursverlusten bei der Google-Mutter Alphabet. Analysten erwarten jedoch keine langfristigen Schäden für den Konzern. Spannender sei die politische Dimension: Sollte Trump tatsächlich mit Zöllen reagieren, könnte dies einen neuen Handelskonflikt zwischen den USA und der EU auslösen. Pieper warnte zudem vor den Folgen einer SpaceX-Tesla-Fusion: „Die Integration zweier so unterschiedlicher Firmen ist ein enormes Risiko. Ich sehe hier eher eine Übernahme als eine echte Fusion.“ Die nächsten Monate werden zeigen, ob Musks Pläne aufgehen oder ob die Skepsis der Experten berechtigt ist.



