Franzosen übernehmen insolvente Parfümeriekette Pieper
Franzosen übernehmen insolvente Parfümeriekette Pieper

Die insolvente Parfümeriekette Pieper wird von der französischen Unternehmerfamilie Konckier übernommen. Damit ist das traditionsreiche Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen vorerst gerettet. Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt, wie das Unternehmen mitteilte.

Ein Stück deutsche Duftgeschichte

1931 wurde Pieper in Bochum als Seifengeschäft gegründet. Über Jahrzehnte wuchs die Kette vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Ende 2025 stand das Unternehmen vor dem Aus und beantragte im November Insolvenz in Eigenverwaltung. Daraufhin wurden Filialen geschlossen und Stellen gestrichen.

Nun ist der Weg für einen Neustart frei. Pieper und die Familie Konckier einigten sich darauf, den Verkauf über einen Insolvenzplan abzuwickeln. Pieper galt bis dahin als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette, geführt vom Urenkel der Gründerin Anna Pieper, Oliver.

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115 Filialen bleiben bestehen

Von den zu Jahresbeginn 122 Filialen sollen 115 fortbestehen. „Im Zuge der Sanierung und Neuausrichtung des Unternehmens werden rund 30 Arbeitsplätze entfallen. Gleichzeitig können jedoch etwa 740 Arbeitsplätze erhalten werden“, erklärte Mario Lehmann, Marketing-Leiter der Stadt-Parfümerie Pieper GmbH. Der Konzernsitz in Herne bleibt erhalten.

Neuer Eigentümer wird die Beteiligungsgesellschaft AIH Holding der Konckiers. Ihr gehört die börsennotierte Groupe Bogart in Paris, ein Kosmetikkonzern, der Düfte handelt und selbst Parfum produziert. Bogart betreibt rund 450 Parfümerie- und Drogeriefilialen in Europa und Nahost unter den Namen April, HC Parfümerie, Aurel, Gottmann und Gabriel.

Gründerfamilie zieht sich zurück

Der Kaufpreis für Pieper bleibt geheim. „Über die wirtschaftlichen Details der Transaktion wurde zwischen den beteiligten Parteien Vertraulichkeit vereinbart“, so Lehmann. Nach dem Verkauf zieht sich die bisherige Eigentümerfamilie aus der Geschäftsführung zurück. Mit Bogart und neuem Management soll das Unternehmen „langfristig nachhaltig positive Ergebnisse erwirtschaften“. Die Marke Pieper bleibt bestehen. „Sie ist ein zentraler Bestandteil der Zukunftslösung“, betont der Marketing-Leiter.

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