Geldwäscheverdacht: Kriminelle nutzen Zahlungsdienstleister Wise
Geldwäscheverdacht: Kriminelle nutzen Wise

Wise im Visier der Ermittler: Geldwäscheverdacht erschüttert das Fintech

Das Fintech-Unternehmen Wise, bekannt für günstige und schnelle internationale Überweisungen, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Eine gemeinsame Recherche internationaler Medien, an der auch der SPIEGEL beteiligt war, hat ergeben, dass Kriminelle die Plattform systematisch für Geldwäsche genutzt haben. Die Ermittler werfen dem Unternehmen vor, nicht genügend gegen diese Praktiken vorzugehen.

Wie Kriminelle Wise für sich entdeckten

Das Versprechen von Wise, Geld ohne Grenzen zu transferieren, verfing offenbar auch bei Kriminellen. Sie nutzten die Dienste des Fintechs, um illegale Gelder zu waschen und über Ländergrenzen hinweg zu verschieben. Die Recherche zeigt, dass die Kontrollmechanismen des Unternehmens offenbar nicht ausreichen, um solche Transaktionen zu verhindern. Konkret geht es um Fälle, in denen Gelder aus Betrug, Drogenhandel und anderen Straftaten über Wise-Konten bewegt wurden.

Die Verantwortung von Wise

Wise wirbt damit, strengen Regulierungen zu unterliegen und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Doch die aktuellen Enthüllungen stellen dies infrage. Die Frage, die sich nun stellt: Schaut das Unternehmen nicht genau genug hin? Die Ermittler kritisieren insbesondere, dass Wise bei der Identitätsprüfung seiner Kunden Lücken aufweise. So sei es möglich gewesen, mit gefälschten Ausweisen Konten zu eröffnen oder bestehende Konten für kriminelle Zwecke zu missbrauchen.

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Reaktionen und Konsequenzen

Die Gründer von Wise, Kristo Käärmann und Taavet Hinrikus, haben sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Branchenkenner erwarten jedoch, dass die Ermittlungen weitreichende Folgen haben könnten. Möglicherweise drohen dem Unternehmen hohe Geldstrafen oder sogar der Entzug der Lizenz. Auch für die Kunden des Fintechs könnte dies negative Auswirkungen haben, etwa in Form von strengeren Kontrollen oder höheren Gebühren.

Die internationale Zusammenarbeit der Ermittler zeigt, dass das Problem der Geldwäsche über Fintechs nicht nur ein lokales Phänomen ist. Es handelt sich um ein globales Problem, das eine koordinierte Antwort erfordert. Die aktuellen Erkenntnisse könnten dazu führen, dass die Aufsichtsbehörden in Zukunft noch genauer hinschauen werden.

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