Geschäftszahlen-Newsblog: Kostenanstieg belastet Ericsson, Evotec senkt Prognose
Geschäftszahlen-Newsblog: Ericsson leidet unter Kostenanstieg

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal infolge von Kostensteigerungen Einbußen verzeichnet, dabei aber mehr verdient als von Analysten erwartet. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um sieben Prozent auf 6,52 Milliarden schwedische Kronen (rund 590 Millionen Euro), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 6,42 Milliarden Kronen gerechnet. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 52,7 Milliarden Kronen und verfehlte damit die Markterwartung von 53,6 Milliarden Kronen.

Ericsson: Maßnahmen gegen Kosteninflation

„Wir haben im zweiten Quartal Maßnahmen ergriffen, um die Kosteninflation bei den Komponenten abzumildern“, erklärte der scheidende Konzernchef Börje Ekholm. Da sich die Auswirkungen in den kommenden Quartalen verstärken dürften, „werden wir weiterhin interne Maßnahmen sowie Preisanpassungen vorantreiben, um diesen Effekt abzufedern.“

Vossloh senkt Umsatz- und Gewinnprognose

Der Bahntechnikkonzern Vossloh wird vorsichtiger bei seinen Prognosen. Den aktuellen Nachfrage- und Kostenentwicklungen könne man sich nicht vollständig entziehen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das zeige sich in geringeren Abrufen aus Rahmenverträgen in einzelnen Ländern. Außerdem dürften sich einzelne Lieferungen in das kommende Jahr verschieben. Zudem könnten höhere Beschaffungs- und Logistikkosten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Deshalb erwarte das Unternehmen für das laufende Jahr nur noch einen Umsatz zwischen 1,51 und 1,61 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,343 Milliarden) – bisher waren 1,56 bis 1,66 Milliarden Euro prognostiziert. Auch das Ebitda soll weniger stark wachsen: auf 195 bis 210 Millionen Euro (Vorjahr: 179,4 Millionen) statt der bislang veranschlagten 215 bis 230 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 sei der Umsatz auf 710,1 Millionen Euro (Vorjahr: 582,6 Millionen) und das Ebitda auf 80,9 Millionen Euro (Vorjahr: 74,2 Millionen) gestiegen, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 32,4 Millionen Euro (Vorjahr: 44,9 Millionen) gesunken sei.

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Evotec senkt Prognose und erwartet operativen Verlust

Das Hamburger Biotechunternehmen Evotec hat nach einem mauen ersten Halbjahr seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Der Konzern erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro statt der zuvor prognostizierten 700 bis 780 Millionen Euro, wie Evotec am Montagabend auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro liegen. Bislang hatte das Unternehmen mit einem ausgeglichenen Ergebnis bis zu einem Gewinn von 40 Millionen Euro gerechnet. Im ersten Halbjahr belief sich der Umsatz vorläufigen Angaben zufolge auf rund 300,1 Millionen Euro, während das bereinigte Ebitda bei minus 42,7 Millionen Euro lag. Evotec leidet unter einer nachlassenden Nachfrage und hohen Kosten. Um dem entgegenzuwirken, hatte das auf Wirkstoffforschung spezialisierte Unternehmen im März ein tiefgreifendes Sparprogramm angekündigt. Dazu gehören unter anderem der Abbau von bis zu 800 Stellen und die Schließung von vier Standorten. Die Restrukturierungskosten bezifferte der Konzern unter der Führung von Vorstandschef Christian Wojczewski auf rund 100 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2028.

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Hapag-Lloyd hebt Ergebnisprognose an

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat dank einer starken Nachfrage und gestiegener Frachtraten ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Vorstand erwarte für 2026 nun ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 2,7 bis 3,7 Milliarden Dollar (rund 2,3 bis 3,3 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Konzern war von 1,1 bis 3,1 Milliarden Dollar ausgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll nun zwischen 0,1 und 1,1 Milliarden Dollar liegen, nach einer vorherigen Spanne von minus 1,5 Milliarden bis plus 500 Millionen Dollar. Wegen volatiler Frachtraten und großer geopolitischer Herausforderungen sei die Prognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Der deutsche Branchenprimus hatte zuletzt mit den Folgen von Seeblockaden im Nahen Osten zu kämpfen. Wegen des Ende Februar ausgebrochenen Krieges der USA und Israels gegen den Iran sowie der Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen meiden Reedereien den Suezkanal und die Straße von Hormus. Die Umwege trieben zudem die Kosten für Hapag-Lloyd um wöchentlich 50 bis 60 Millionen Dollar in die Höhe. Im ersten Quartal war der Konzern deshalb beim Ebit mit minus 134 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Konzernchef Rolf Habben Jansen hatte im Mai erklärt, dass eine rasche Entspannung der Lage nicht absehbar sei.

Weitere Unternehmenszahlen

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar (rund 34,64 Milliarden Euro). Volkswagen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Absatzrückgang von sechs Prozent auf 4,1 Millionen Fahrzeuge, während BMW einen Rückgang von vier Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge meldete. Covestro hob seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an, nachdem das EBITDA im ersten Halbjahr auf 669 Millionen Euro stieg. Südzucker steigerte das operative Ergebnis im ersten Quartal auf 135 Millionen Euro, trotz eines Umsatzrückgangs. Levi Strauss hob nach einem starken Quartal die Jahresziele an. Foxconn verzeichnete einen Umsatzsprung von fast 40 Prozent im zweiten Quartal. Der Online-Broker FlatexDegiro erreicht seine Ziele für 2027 bereits in diesem Jahr. Evonik profitierte von Lieferengpässen in Asien und hob die Prognose an.