GoPro steht vor einer ungewissen Zukunft. Der bekannte Hersteller von Actionkameras meldet für das erste Quartal 2026 erhebliche Zweifel an der Fortführung seines Geschäfts an. Nach Jahren als feste Größe bei Urlaubsreisen, Outdoor-Abenteuern und Extremsport gerät das Unternehmen immer stärker unter Druck. Sinkende Erlöse, hohe Verluste und steigende Produktionskosten belasten die Bilanz. Die Finanzreserven schmelzen, während die Suche nach neuen Einnahmequellen immer dringlicher wird.
Umsatz bricht deutlich ein
Die wirtschaftlichen Probleme haben sich zuletzt weiter verschärft. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz im ersten Quartal 2026 um 26 Prozent. Gleichzeitig verfügte GoPro nur noch über Geldreserven von 50 Millionen US-Dollar, das entspricht knapp 43 Millionen Euro. Bereits 2025 verlief enttäuschend. Der Jahresumsatz fiel auf 651,5 Millionen US-Dollar, rund 560 Millionen Euro. Am Ende stand ein Nettoverlust von 83,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 72 Millionen Euro. Damit verschlechtert sich die finanzielle Lage des Unternehmens weiter.
KI-Boom treibt Kosten nach oben
Ein wichtiger Grund für die Krise liegt in der Entwicklung des Speichermarktes. Hersteller wie Samsung und Micron richten ihre Produktion verstärkt auf HBM-Speicherchips aus, die für KI-Systeme und Rechenzentren besonders gefragt sind. Dadurch werden klassische Speicherchips knapper. GoPro berichtet von Preissteigerungen von bis zu 115 Prozent bei wichtigen Bauteilen. Die Herstellung der Kameras wird dadurch deutlich teurer. Da die Geräte meist zwischen 300 und 500 US-Dollar kosten, kann das Unternehmen die höheren Ausgaben nicht vollständig an Kunden weitergeben. Laut dem Nachrichtenmagazin „TNW“ fehlen zudem die Möglichkeiten, günstige Langfristverträge auszuhandeln. Das belastet die Gewinnmargen zusätzlich.
Unternehmen prüft drastische Schritte
Um eine Insolvenz abzuwenden, hat GoPro bereits reagiert. Das Unternehmen verkauft Vermögenswerte, um zusätzliches Kapital zu erhalten. Seit April 2026 verlor außerdem rund ein Viertel der weltweiten Belegschaft den Arbeitsplatz. Parallel prüft das Management weitere Optionen. Dazu gehören ein möglicher Verkauf des Unternehmens oder ein Zusammenschluss mit einem anderen Anbieter. Zudem sucht GoPro neue Geschäftsmöglichkeiten und führt Gespräche mit potenziellen Kunden aus dem Regierungs- und Luftfahrtsektor. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist derzeit offen. Großaufträge oder langfristige Zusagen gibt es bislang nicht.



