Der US-Technologiekonzern IBM hat mit schwachen Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 die Anleger enttäuscht und einen massiven Kurssturz ausgelöst. Die Aktie brach am Dienstag im vorbörslichen Handel um fast 24 Prozent ein. Grund ist eine Gewinnwarnung, die das Unternehmen am Montagabend nach Börsenschluss veröffentlichte.
Umsatz und Gewinn verfehlen Analystenschätzungen deutlich
IBM legte vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal vor, die deutlich unter den Erwartungen der Analysten lagen. Der Umsatz stieg lediglich um ein Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 17,86 Milliarden Dollar gerechnet. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie blieb mit prognostizierten 2,93 Dollar unter den erwarteten 3,02 Dollar.
Konzernchef Arvind Krishna räumte in einem Brief an die Investoren Fehler ein. Das Unternehmen sei bei der Anpassung an die veränderten Marktbedingungen ins Straucheln geraten. Zahlreiche Großaufträge seien deshalb nicht wie erwartet abgeschlossen worden. Vor allem das Infrastrukturgeschäft schwächelte mit einem Umsatzrückgang von sieben Prozent.
Kunden schwenken auf Künstliche Intelligenz um
Krishna zufolge schichteten Kunden Ende Juni ihre Budgets kurzfristig in Server und Speicher um. Sie wollten sich angesichts drohender Preiserhöhungen knappe Hardware sichern. Zudem seien die Käufer durch branchenweite Sorgen um die Cybersicherheit abgelenkt gewesen. Auch das Geschäft mit Großrechnern lief schlechter als erhofft.
Der massive Investitionsschwenk der Kunden hin zu Künstlicher Intelligenz (KI) habe IBM überraschend schwache Quartalszahlen und einen Kurssturz eingebrockt. Die Aktie belastet auch andere Software-Konzerne, da die Branche insgesamt unter dem Trend zu KI leidet.
Ausblick und Reaktionen
Die IBM-Aktie notierte am Dienstagmorgen bei rund 145 Dollar, nachdem sie am Montag noch bei 190 Dollar geschlossen hatte. Das entspricht einem Minus von knapp 24 Prozent. Analysten zeigten sich schockiert über die Schwäche des traditionsreichen Konzerns. „IBM hat den Anschluss an die KI-Revolution verpasst“, kommentierte ein Analyst der Citigroup. „Die Gewinnwarnung ist ein Weckruf für das Management.“
IBM selbst gab keinen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr. Krishna kündigte jedoch an, die Strategie zu überdenken und sich stärker auf KI und Cloud-Lösungen zu konzentrieren. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.



