Der Autobauer Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2023 einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Nettogewinn fiel um rund 26 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch 4,4 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz sank leicht auf 37,2 Milliarden Euro.
Höhere Kosten belasten das Ergebnis
Als Hauptgrund für den Rückgang nannte das Unternehmen gestiegene Kosten für Material, Logistik und Entwicklung. Zudem belastete der schärfere Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. „Die anhaltende Inflation und die Unsicherheit in der Lieferkette haben unsere Margen beeinträchtigt“, erklärte Finanzvorstand Harald Wilhelm. Die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Geschäft fiel von 14,2 auf 11,4 Prozent.
Schwache Nachfrage nach Elektroautos
Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft mit Elektroautos (BEV). Der Absatz von vollelektrischen Fahrzeugen der Marke Mercedes-EQ brach um 29 Prozent auf 26.300 Einheiten ein. Insgesamt sank der Absatz der Marke Mercedes-Benz um 5 Prozent auf 515.500 Fahrzeuge. Der Absatz von Verbrennern blieb stabil, während Plug-in-Hybride sogar um 20 Prozent zulegten.
Ausblick gesenkt
Vor dem Hintergrund der schwachen E-Auto-Nachfrage und steigender Kosten senkte Mercedes seine Jahresprognose. Der Vorstand rechnet nun mit einer bereinigten Umsatzrendite von 11 bis 13 Prozent (zuvor 12 bis 14 Prozent). Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen leichten Rückgang des Pkw-Absatzes auf Vorjahresniveau. „Wir müssen die Kosten noch stärker in den Griff bekommen und gleichzeitig in die Elektromobilität investieren“, so CEO Ola Källenius.
Marktreaktion
Die Aktie von Mercedes-Benz reagierte negativ auf die Quartalszahlen und verlor zeitweise über 4 Prozent. Analysten äußerten sich enttäuscht über die schwache Entwicklung im E-Auto-Bereich. „Mercedes hat Probleme, seine teuren Elektromodelle an den Kunden zu bringen. Das liegt auch an der Preispolitik und dem starken Wettbewerb durch Tesla und chinesische Hersteller“, kommentierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.



