NRW erweitert Verteidigungszentrum um vier starke Partner
Nordrhein-Westfalen treibt die Entwicklung seines Technologiezentrums für die Verteidigungsindustrie weiter voran. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin wurde bekannt gegeben, dass das Land die Zusammenarbeit mit vier weiteren Partnern für das sogenannte Production Launch Centre Defence (PLCD) vereinbart hat. Zu den neuen Mitgliedern zählen der Industriekonzern Siemens, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), der IT-Dienstleister CGI sowie der italienische Technologie- und Rüstungskonzern Leonardo. Damit wächst das Konsortium auf insgesamt sieben Partner aus den Bereichen Industrie, Wissenschaft und Informationstechnologie.
Hintergrund des Production Launch Centre Defence
Bereits im Februar hatte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) auf der Münchner Sicherheitskonferenz den Aufbau des landeseigenen Zentrums angekündigt. Damals unterzeichneten der Rüstungskonzern Rheinmetall, der US-Konzern Lockheed Martin und der Leichtbauspezialist Mubea einen ersten Letter of Intent. Das Zentrum soll auf einem Campus im Rheinischen Revier zwischen Aachen, Mönchengladbach und Köln entstehen. Ziel ist es, Großkonzerne, den Mittelstand, Start-ups und Forschungseinrichtungen zusammenzubringen, um die Lücke zwischen Laborforschung und Serienproduktion zu schließen und den Bedarf von Bundeswehr und Nato systematisch zu decken.
Kompetenzen der neuen Partner
Die neuen Partner bringen laut Ministerium unterschiedliche, aber sich ergänzende Kompetenzen mit: Siemens steuert Expertise in den Bereichen Automatisierung, Fertigung und industrielle Software bei. Die RWTH Aachen fokussiert sich auf Forschung zu Produktion, Künstlicher Intelligenz und Robotik. CGI ist spezialisiert auf Cybersicherheit und Datenanalyse, während Leonardo die europäische Dimension des Vorhabens stärken soll.
Statement von Wirtschaftsministerin Neubaur
„Wir nehmen unsere Verantwortung für Europas Souveränität ernst“, betonte Neubaur, die auch stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes ist. Das PLCD solle kein reines Industriecluster werden, sondern ein Ökosystem, in dem Forschung, Digitalisierung und Rüstungskompetenz zusammenwachsen. Es gehe darum, eine nachhaltige und zukunftsorientierte Verteidigungsindustrie zu fördern.
Siemens: Verteidigung unterstützen ohne Waffenproduktion
Olaf Plante, Landesbevollmächtigter der Siemens AG für Nordrhein-Westfalen, erläuterte die Rolle seines Unternehmens: „Mit Technologien wie digitalen Zwillingen, Smart Manufacturing und durchgängigen Datenketten helfen wir, Komplexität zu beherrschen und die Skalierung in die Serienproduktion deutlich zu beschleunigen. So unterstützen wir die Verteidigungsindustrie auch mit Energie- und Versorgungssystemen, Gebäude- und Sicherheitsinfrastruktur sowie digitalen Lösungen für Simulation und Cybersecurity – ohne selbst in die klassische Waffenproduktion einzusteigen.“
Weitere Kooperationen auf der ILA
Auf der ILA, die bis zum 14. Juni läuft, vereinbarte das Land zudem weitere Kooperationen in der Luft- und Raumfahrt. So unterzeichneten Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Starlab Space GmbH eine Absichtserklärung zur Nutzung von Experimentierplätzen auf der geplanten Raumstation Starlab, was vor allem den DLR-Standort Köln stärken soll.
Ausblick
Mit dem erweiterten Konsortium ist NRW gut aufgestellt, um die Verteidigungsindustrie der Zukunft aktiv mitzugestalten. Das PLCD soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur leisten.



