Evelyn Palla plant radikalen Umbau der Deutschen Bahn-Konzernzentrale
Palla plant radikalen Umbau der DB-Zentrale

Evelyn Palla treibt Verschlankung der Deutschen Bahn voran

Die neue Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, setzt ihren angekündigten Konzernumbau konsequent fort. Ab Juli soll das sogenannte „Verschlankungsprogramm“ in die nächste Phase gehen. Palla hatte bereits mehrfach betont, dass sie in der Konzernleitung der Deutschen Bahn (DB) rund 30 Prozent der Stellen streichen will – das entspricht etwa 900 bis 1050 der 3000 bis 3500 Arbeitsplätze in der obersten Führungsebene. Dadurch sollen jährlich Einsparungen von bis zu einer halben Milliarde Euro möglich werden.

Hintergrund ist das starke Wachstum der Konzernzentrale in den vergangenen Jahren. Laut dem aktuellen Jahresabschluss beschäftigte die Holdinggesellschaft DB AG Ende 2025 insgesamt 8717 Menschen, umgerechnet auf Vollzeitstellen. Diese Zahl liegt deutlich über den öffentlich oft genannten 3000 bis 3500 Stellen in der Konzernleitung, was auf eine Aufblähung der Verwaltung hindeutet. Palla will nun gegensteuern und die Effizienz steigern.

Wo der Rotstift angesetzt wird

Interne Unterlagen zeigen, dass der Stellenabbau vor allem Bereiche betreffen soll, die als überdimensioniert gelten. Dazu zählen unter anderem die Zentralabteilungen für Strategie, Kommunikation und Personal. Auch Doppelstrukturen in den Regionalgesellschaften sollen abgebaut werden. Gleichzeitig plant Palla, die Entscheidungswege zu verkürzen und die Verantwortung stärker in die operativen Einheiten zu verlagern.

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Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Sanierungskurses, den die Bahn-Chefin eingeschlagen hat. Ziel ist es, die Deutsche Bahn langfristig wettbewerbsfähiger zu machen und die hohen Verluste des Staatskonzerns zu reduzieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte Palla ein Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem den Abbau von mehreren tausend Stellen im gesamten Konzern vorsieht.

Reaktionen und Ausblick

Die Gewerkschaften haben den angekündigten Stellenabbau kritisch aufgenommen. Sie fordern sozialverträgliche Lösungen und betonen, dass die Beschäftigten nicht die Leidtragenden der Managementfehler der Vergangenheit sein dürften. Die Bahn-Führung hingegen verspricht, dass der Umbau ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden soll, etwa durch Altersteilzeit und Abfindungen.

Ob die ehrgeizigen Sparziele erreicht werden können, bleibt abzuwarten. Experten bezweifeln, dass allein der Stellenabbau in der Konzernzentrale ausreicht, um die Bahn dauerhaft zu sanieren. Nötig seien auch Investitionen in die Infrastruktur und eine bessere Digitalisierung. Palla selbst zeigt sich zuversichtlich: „Wir werden die Deutsche Bahn schlanker, schneller und kundenorientierter machen.“

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