Bonus-Streit bei Samsung: Minderheit zieht vor Gericht
Nach dem umstrittenen Bonus-Deal zwischen Samsung und der Mehrheit seiner Belegschaft hat eine Minderheitsgewerkschaft rechtliche Schritte eingeleitet. Die Gewerkschaft, die etwa 13.000 Beschäftigte des südkoreanischen Technologiekonzerns vertritt, fordert die Aufhebung des Tarifabkommens. Dies gab sie am Dienstag bekannt.
Hintergrund des Abkommens
Das Abkommen sichert rund 78.000 Mitarbeitern der Chip-Sparte Bonuszahlungen zu, die vom Gewinn des Konzerns abhängen. In diesem Jahr belaufen sich die Zahlungen im Durchschnitt auf 290.000 Euro pro Kopf. Samsung beschäftigt insgesamt etwa 125.000 Menschen in seinem Heimatland Südkorea. Wer nicht in der Chip-Sparte arbeitet, erhält deutlich weniger: rund 3.450 Euro.
Forderung nach Aufhebung
Die klagende Gewerkschaft hatte zunächst versucht, die Abstimmung über das Bonusprogramm zu stoppen, was jedoch misslang. Die Beschäftigten stimmten mehrheitlich für die hohen Sonderzahlungen. Nun verlangt die Gewerkschaft die Aufhebung des Abkommens, wie einer ihrer Anwälte mitteilte.
Wirtschaftlicher Kontext
Samsung hat im Zuge des Booms der Künstlichen Intelligenz (KI) massive Gewinne erzielt. Das Unternehmen profitiert von der stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips. Für das laufende Jahr wird ein Jahresgewinn von 331 Billionen Won erwartet, umgerechnet rund 189 Milliarden Euro. Der Konzern steht für 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung Südkoreas.
Details des Bonusprogramms
Das vergangene Woche abgesegnete Abkommen sieht vor, dass die Beschäftigten der Chip-Sparte in den kommenden zehn Jahren jeweils bis zu 10,5 Prozent des Betriebsgewinns erhalten. Die Auszahlung erfolgt in Aktien, zusätzlich sollen 1,5 Prozent in bar ausgezahlt werden.



