Der anhaltende Boom beim Bau von Rechenzentren sorgt bei STMicroelectronics für eine stark steigende Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Der französisch-italienische Konzern, ein Rivale von Infineon, hob am Dienstag seine Prognosen für das Geschäft mit diesen speziellen Chips für Server an. Zudem deutete Konzernchef Jean-Marc Chery auf einer Branchenkonferenz in Genf eine mögliche Erweiterung des Werks im französischen Crolles an. Die endgültige Entscheidung darüber werde in den kommenden Monaten fallen.
Rekordumsatz erwartet
Nach Angaben des Unternehmens wird die Rechenzentrumssparte im laufenden Jahr voraussichtlich Erlöse von rund einer Milliarde Dollar erwirtschaften. Bislang war der Konzern von „deutlich mehr“ als 500 Millionen Dollar ausgegangen. „Wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetzt, könnte sich der Umsatz 2027 verdoppeln“, so Chery. Zuvor hatte STMicro für das kommende Jahr einen Wert „deutlich über“ einer Milliarde Dollar prognostiziert.
Positive Reaktion der Anleger
Bei den Anlegern kamen die optimistischen Aussagen gut an. Die Aktien von STMicroelectronics stiegen an der Pariser Börse um bis zu elf Prozent und erreichten mit 65,78 Euro den höchsten Stand seit fast 26 Jahren. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr noch mehrere tausend Stellen gestrichen und einige Werke stillgelegt, um Kosten zu senken. Nun profitiert er vom anhaltenden „Superzyklus“ in der Halbleiterbranche, der durch den massiven Ausbau von Rechenzentren weltweit angetrieben wird.
Ausblick und Investitionen
Die starke Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Hochleistungsrechner zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung. STMicroelectronics plant daher, in den kommenden Jahren weiter in die Produktionskapazitäten zu investieren. Die mögliche Erweiterung des Werks in Crolles ist Teil dieser Strategie. Branchenexperten erwarten, dass der Bedarf an solchen Chips mit dem weiteren Wachstum von Cloud-Diensten, Künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge weiter steigen wird.



