Unicredit erhöht Anteil an Commerzbank auf über 34 Prozent
Die italienische Großbank Unicredit hat im Übernahmekampf mit der Commerzbank einen bedeutenden Etappensieg errungen. Im Rahmen des seit Anfang Mai laufenden Übernahmeangebots haben 7,58 Prozent der Commerzbank-Anteilseigner ihre Aktien angedient, wie das Mailänder Geldhaus am Dienstag mitteilte. Dadurch steigt der Aktienanteil von Unicredit von 26,77 Prozent auf 34,45 Prozent. Damit hat die italienische Bank eine wichtige Hürde übersprungen, denn ab einer Beteiligung von 30 Prozent muss ein Pflichtangebot abgegeben werden, was Unicredit nun erfüllt hat.
Details des Übernahmeangebots
Das Mailänder Geldhaus bietet im Rahmen des Übernahmeangebots 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Bei der aktuellen Bewertung liegt der Angebotspreis gut einen Euro unter dem aktuellen Commerzbank-Kurs von 37,45 Euro und ist für die Aktionäre des Frankfurter Geldhauses somit eigentlich nicht attraktiv. Dennoch haben viele Anleger ihre Aktien angedient, möglicherweise um eine Übernahme durch die Unicredit zu unterstützen. Innerhalb der Commerzbank gibt es den Verdacht, dass sich „Friends and Family“ (Freunde und Familie) der Unicredit gezielt mit Aktien eingedeckt haben, um die Offerte zu begünstigen.
Reaktionen und Ausblick
Unicredit-Chef Andrea Orcel rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, mit dem Übernahmeangebot die Kontrolle über die Commerzbank zu erlangen. Sein Ziel war es, die Beteiligung auf über 30 Prozent auszubauen, was nun gelungen ist. Die Commerzbank mahnt jedoch zur Vorsicht bei der Bewertung der Derivatepositionen, die mit der Transaktion verbunden sind. Die Bank betont, dass die Unicredit weiterhin nur ein Minderheitsaktionär sei und die Eigenständigkeit der Commerzbank nicht gefährdet sei. Analysten sehen in dem Schritt einen wichtigen Meilenstein für eine mögliche vollständige Übernahme in der Zukunft.
Die Entwicklung bleibt spannend: Während Unicredit nun mehr Flexibilität hat, bleibt die Commerzbank bestrebt, ihre Unabhängigkeit zu wahren. Der Kampf um Deutschlands zweitgrößte Privatbank könnte noch lange andauern.



