US-Kunden treiben LVMH-Umsatz – Hochtief erhöht Prognose dank Rechenzentren
US-Kunden treiben LVMH-Umsatz – Hochtief erhöht Prognose

Eine Reihe von Unternehmen hat am Montag und in den vorangegangenen Tagen Quartalszahlen vorgelegt. Während einige Konzerne von einer starken Nachfrage aus den USA oder dem KI-Boom profitieren, kämpfen andere mit Gegenwind. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.

LVMH: Reiche US-Kunden treiben Umsatz

Der französische Luxuskonzern LVMH hat im zweiten Quartal dank der Nachfrage wohlhabender US-Kunden mehr umgesetzt. Mit Marken wie Louis Vuitton, Dior und Bulgari nahm das vom Milliardär Bernard Arnault kontrollierte Unternehmen 19,5 Milliarden Euro ein – ein währungsbereinigtes Plus von drei Prozent. In den USA stiegen die Erlöse um sechs Prozent, getrieben durch die neu geschaffene Kaufkraft infolge des KI- und Technologiebooms. Besonders gefragt waren Uhren und Schmuck: Hier legte der Umsatz um elf Prozent zu. In Europa stagnierten die Erlöse nach einem Rückgang zu Jahresbeginn, der auf den Nahostkonflikt und schwächeren Tourismus zurückzuführen war. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz organisch um zwei Prozent, berichtet lag er mit 38,6 Milliarden Euro drei Prozent unter dem Vorjahr. Der operative Gewinn sank wegen Währungsschwankungen um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Euro.

Hochtief hebt Prognose dank Rechenzentren

Die hohe Nachfrage nach Rechenzentren verleiht dem größten deutschen Baukonzern Hochtief Rückenwind. Der Dax-Neuling hob am Montag seine Gewinnprognose für 2026 an. Erwartet wird nun ein operativer Konzerngewinn von 1,025 bis 1,1 Milliarden Euro – ein Plus von rund 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bisher hatte Hochtief 950 Millionen bis 1,025 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Grund sei die positive Geschäftsentwicklung, insbesondere der US-Tochter Turner, die eine sehr starke Nachfrage im Rechenzentrumsmarkt verzeichne. Hochtief errichtet unter anderem für Meta Rechenzentren in den USA und ist auch in Europa und Deutschland aktiv.

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Vodafone: Deutschland-Geschäft wächst wieder

Der Telekomkonzern Vodafone profitiert von der Fusion des britischen Geschäfts mit Three UK und einem Zukauf in Afrika. Zudem wuchs die wichtige Deutschland-Tochter nach einem Durchhänger im Vorquartal wieder. „Wir sind gut in das Geschäftsjahr gestartet“, sagte Vodafone-Chefin Margherita Della Valle. Sie rechnet daher mit einem Gesamtjahresergebnis am oberen Ende der angepeilten Spanne. Die Serviceumsätze stiegen im letzten Quartal um knapp zehn Prozent auf 8,63 Milliarden Euro, in Deutschland legten sie um zwei Prozent auf 2,74 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn erhöhte sich um 6,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2026/2027 stellt Vodafone ein Betriebsergebnis von 13 bis 13,3 Milliarden Euro und einen Free Cashflow von 2,6 bis 2,9 Milliarden Euro in Aussicht. Enthalten sind Effekte aus der Mehrheitsübernahme an Safaricom, für die Vodafone 1,6 Milliarden Dollar zahlte.

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Weitere Quartalszahlen im Überblick

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca verzeichnete dank Krebs- und Seltenerkrankungsmedikamenten einen überraschend hohen Gewinn. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 18 Prozent auf 2,63 Dollar, der Umsatz legte um fünf Prozent auf 15,38 Milliarden Dollar zu. Der Autobauer Porsche steigerte sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr trotz eines Absatzrückgangs um ein Drittel auf 1,35 Milliarden Euro. Der VW-Konzern hingegen verbuchte einen Gewinneinbruch von 32,9 Prozent im zweiten Quartal. SAP senkte aufgrund von Zukäufen den Ausblick für das operative Ergebnis, steigerte aber den Gewinn um ein Viertel. Der Chipkonzern Intel profitierte vom KI-Boom: Der Umsatz sprang um ein Viertel auf 16,1 Milliarden Dollar. Der US-Chemiekonzern Dow übertraf die Erwartungen dank höherer Kunststoffpreise; der operative Gewinn stieg auf 2,3 Milliarden Dollar. T-Mobile US, die Deutsche-Telekom-Tochter, hob die Free-Cashflow-Prognose an; 60 Prozent der Neukunden entscheiden sich laut Finanzchef Jon Freier für Premium-Angebote. Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich senkte hingegen die Gewinnprognose. Der Ölpreis bescherte TotalEnergies das beste Quartal seit fast drei Jahren: Der bereinigte Nettogewinn stieg um 67 Prozent auf sechs Milliarden Dollar. Die Großbank BNP Paribas übertraf die Erwartungen mit einem Gewinn von 4,35 Milliarden Euro. Der Lkw-Bauer Traton zeigte sich optimistischer für den US-Markt. Nokia steigerte den Gewinn dank Rechenzentren. Der südkoreanische Autobauer Hyundai verfehlte die Gewinnerwartungen. STMicroelectronics profitiert vom KI-Boom und erwartet wachsendes Geschäft mit Rechenzentren. Nestlé beschleunigte das Wachstum und bringt das Wassergeschäft in ein Joint Venture ein. Unicredit erhöhte die Prognose und kündigte eine Zwischendividende an. Kühne+Nagel schraubte das Gewinnziel nach oben. Der starke Franken belastete Roche, währungsbereinigt wuchs der Umsatz um sechs Prozent.