Visa übertrifft Erwartungen trotz Stellenabbau und Aktienrückgang
Visa übertrifft Erwartungen trotz Stellenabbau

Visa hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Der weltgrößte Zahlungsabwickler steigerte den Nettoumsatz um 14 Prozent auf 11,63 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 11,39 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Nettogewinn kletterte auf 6,3 Milliarden Dollar oder 3,32 Dollar je Aktie und lag damit ebenfalls über den Prognosen.

Trotz starker Zahlen: Aktie gibt nach

Obwohl die Finanzkennzahlen positiv ausfielen, gab die Aktie im nachbörslichen Handel um rund ein Prozent nach. Grund war ein Medienbericht, den Visa bestätigte: Der Konzern plant, rund sieben Prozent seiner Belegschaft zu entlassen, um die Effizienz zu steigern. Der Stellenabbau betreffe vor allem die Technologie- und Produktabteilungen, teilte das Unternehmen mit.

Konsumausgaben trotz Inflation und Unsicherheit robust

Die Verbraucher zeigten sich trotz anhaltender Inflation und der Unsicherheit durch den Nahost-Konflikt ausgabefreudig. Das Zahlungsvolumen über das Visa-Netzwerk stieg im abgelaufenen Quartal um zehn Prozent. Besonders das lukrative grenzüberschreitende Geschäft legte währungsbereinigt um 13 Prozent zu. Hier profitierte der Konzern unter anderem von Ausgaben der Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft für Hotels, Restaurants, Verkehrsmittel und Freizeitangebote.

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Expertenstimme: Klarer Ausgabentrend

„Das Quartal von Visa zeigt ein ziemlich klares Bild: Die Leute haben weiter Geld ausgegeben, und zwar mehr, als die Wall Street erwartet hatte“, sagte David Wagner, Portfoliomanager bei Aptus Capital Advisors. Dies sei kein Zufall oder Buchhaltungstrick gewesen, sondern spiegele die tatsächlichen Transaktionen wider.

Betriebsausgaben steigen wegen Personalkosten

Die Betriebsausgaben von Visa stiegen im Quartal um 19 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, vor allem aufgrund höherer Personalkosten. Der geplante Stellenabbau soll langfristig die Kostenstruktur verbessern. Visa beschäftigt weltweit rund 30.000 Mitarbeiter, ein Abbau von sieben Prozent entspräche etwa 2.100 Stellen.

Ausblick und strategische Neuausrichtung

Mit den Einsparungen will Visa seine Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zahlungsverkehr stärken. Das Unternehmen investiert verstärkt in künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologien. Analysten sehen den Schritt kritisch, da Innovationen oft von Tech-Teams vorangetrieben werden. Dennoch bleibt der Ausblick positiv: Das starke Konsumklima und die Erholung des Reiseverkehrs dürften das Wachstum weiter stützen.

Visa hatte kürzlich angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Commerzbank zu intensivieren und Mastercard als Kreditkartenpartner auszutauschen. Dieser Wechsel unterstreicht die Expansionsstrategie des Zahlungsabwicklers in Europa.

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