ACE: Jeder fünfte Einfädelvorgang auf Autobahnen fehlerhaft
ACE: Jeder fünfte Einfädelvorgang fehlerhaft

ACE-Studie: Jeder fünfte Einfädelvorgang auf Autobahnen nicht reibungslos

Wer zu früh auf die linke Spur zieht oder beim Auffahren auf die Autobahn nicht blinkt, riskiert gefährliche Situationen. Der Auto Club Europa (ACE) hat in einer aktuellen Erhebung festgestellt, dass bei jedem fünften Einfädelmanöver Auffälligkeiten oder Fahrfehler auftreten. Besonders häufig wird das Blinken vergessen, aber auch der direkte Wechsel vom Beschleunigungsstreifen auf die linke Fahrspur birgt erhebliche Risiken.

Häufigste Fehler beim Einfädeln

Der ACE beobachtete zwischen März und Juni 2026 an 134 Auffahrten auf Autobahnen und andere Fernstraßen knapp 18.000 Auffahrvorgänge. Dabei wurden insgesamt 4.044 Auffälligkeiten registriert. Mit 69 Prozent war das unterlassene, zu späte oder zu kurze Blinken der mit Abstand häufigste Fehler. An zweiter Stelle folgte mit 13 Prozent der direkte Wechsel vom Beschleunigungsstreifen auf die linke Spur, ohne die rechte Spur zu nutzen. Dieses Manöver gilt als besonders gefährlich, da es den fließenden Verkehr auf mehreren Fahrstreifen negativ beeinflussen kann.

Kritische Situationen selten, aber gefährlich

Wirklich kritische Situationen wie starke Bremsmanöver, gefährliche Einfädelvorgänge oder Beinahe-Unfälle machten laut ACE etwa sechs Prozent der beobachteten Fälle aus. Der Verkehrsclub betont, dass Autofahrer den Beschleunigungsstreifen über seine gesamte Länge nutzen sollten, um sicher auf die Fernstraße aufzufahren. Die Erhebung basiert auf 30-minütigen Beobachtungen pro Auffahrt und stellt somit einen kleinen Ausschnitt der Verkehrslage dar.

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Auffällige Standorte im Fokus

Die Auffälligkeitsquoten variierten je nach Standort erheblich. An der Auffahrt am Kreuz A61 bei Mutterstadt in Rheinland-Pfalz sowie an der Auffahrt zur A4 bei Magdala in Thüringen lag die Quote bei 57 Prozent. Die Auffahrt Plauen-Ost in Sachsen zur A72 wies eine Quote von 54 Prozent auf. Im Ländervergleich zeigte Sachsen mit 33 Prozent die höchste Quote an Auffälligkeiten, während Berlin mit zehn Prozent den niedrigsten Wert verzeichnete.

Forderungen des ACE

Der ACE fordert mehr Aufklärung zum richtigen Fahrverhalten und eine Überprüfung problematischer Auffahrten. Zudem regt der Verkehrsclub eine Diskussion darüber an, ob der Standstreifen in bestimmten Ausnahmefällen kurz genutzt werden sollte, um das Einfädeln sicherer zu machen. Der Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni dient als Anlass für diese Erkenntnisse.

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