Aldi Süd fordert Zuckersteuer auf Softdrinks – Edeka lehnt ab
Aldi Süd fordert Zuckersteuer auf Softdrinks

Der Discounter Aldi Süd sorgt mit einem brisanten Vorstoß für Wirbel in der Lebensmittelbranche. In einem Positionspapier an Kanzleramt und Ministerien fordert das Unternehmen eine Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Softdrinks. Das berichtet die „Lebensmittelzeitung“. Ziel ist es, den Zuckerkonsum und das „Süßempfinden“ der Bürger durch die Steuer zu senken. Der Vorstoß spaltet den Handel.

Edeka lehnt Pläne entschieden ab

Edeka lehnt die Pläne entschieden ab. Zusätzliche Abgaben würden das Konsumklima weiter verschlechtern, so der Konzern. Für Edeka steht fest: Die Kunden sollen selbst entscheiden, was auf den Tisch kommt. Deutlich vorsichtiger äußert sich Rewe. Prinzipiell unterstütze man Maßnahmen, die die Gesundheit fördern. Ob eine Zuckersteuer dafür das geeignete Mittel sei, lasse sich derzeit noch nicht beurteilen.

Aldi Süd verweist auf britisches Modell

Aldi Süd verweist auf das britische Modell. Dort habe die Abgabe erfolgreich dazu beigetragen, den Zuckergehalt in Getränken zu senken. Nach den Vorstellungen des Discounters soll es eine Übergangsfrist von 18 Monaten geben.

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Markenverband warnt vor Symbolpolitik

Heftigen Gegenwind gibt es vom „Markenverband“, einer Lobby- und Interessenvertretung für Markenunternehmen. Andreas Gayk, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, warnt in der „Lebensmittelzeitung“: „Politische Meinungsverschiedenheiten dürfen nicht in den Geschäftsbeziehungen zwischen Handel und Herstellern ausgetragen werden.“ Erfolgreiche Gesundheitsvorsorge brauche demnach mehr Ernährungsbildung, mehr Bewegung und Innovationen – „nicht neue Verbrauchsteuern mit fraglicher gesundheitlicher Wirkung“. Das sei Symbolpolitik.

Bundestag schafft Grundlage für Zuckersteuer

Hintergrund: Der Bundestag hat am vergangenen Freitag mit dem Kassen-Beitragsspargesetz die Grundlage für die Einführung einer Zuckersteuer geschaffen. Geplant ist der Start zum 1. Januar 2027. Der Staat rechnet mit Einnahmen von 650 Millionen Euro im ersten Jahr. Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) positionierte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen eine Zuckersteuer.

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