Alkoholverbot an allen Berliner Bahnhöfen ab Oktober – DB zieht positive Bilanz
Alkoholverbot an Berliner Bahnhöfen ab Oktober

Die Deutsche Bahn (DB) führt ab Oktober ein flächendeckendes Alkoholverbot an allen Bahnhöfen in Berlin ein. Das Unternehmen beruft sich dabei auf „sehr gute Erfahrungen“ aus mehreren Modellprojekten, die bereits seit 2025 in ausgewählten Bahnhöfen der Hauptstadt laufen. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Sicherheit und Sauberkeit in den Bahnhöfen zu verbessern.

Hintergrund des Alkoholverbots

Bereits seit 2025 testete die DB in Berliner Bahnhöfen wie dem Hauptbahnhof, dem Ostbahnhof und dem Südkreuz ein Alkoholverbot. Die Ergebnisse dieser Pilotprojekte seien durchweg positiv gewesen, so ein DB-Sprecher. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Zahl der Vorfälle mit alkoholisierten Personen ist deutlich zurückgegangen, und die Sauberkeit hat sich spürbar verbessert“, erklärte der Sprecher.

Konkrete Zahlen nannte die DB zunächst nicht, verwies aber auf interne Auswertungen, die eine Reduzierung von Beschwerden und Einsätzen der Sicherheitskräfte um rund 30 Prozent in den Testbahnhöfen belegen. Das Verbot gilt für alle alkoholischen Getränke, einschließlich Bier, Wein und Spirituosen. Ausgenommen sind lediglich gastronomische Betriebe innerhalb der Bahnhöfe, die weiterhin Alkohol ausschenken dürfen.

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Umsetzung und Kontrollen

Ab Oktober wird das Verbot auf alle Berliner Bahnhöfe ausgeweitet. Die DB setzt dabei auf verstärkte Kontrollen durch eigenes Sicherheitspersonal sowie die Bundespolizei. Bei Verstößen drohen Platzverweise und in Wiederholungsfällen auch Hausverbote. Die Bahn betont, dass es nicht um eine Kriminalisierung von Reisenden gehe, sondern um die Sicherheit aller Fahrgäste. „Wir wollen, dass sich die Menschen in unseren Bahnhöfen wohl und sicher fühlen“, so der DB-Sprecher.

Kritik kommt von einigen Fahrgastverbänden, die eine „übertriebene Regulierung“ befürchten. Der Fahrgastverband Pro Bahn Berlin erklärte, man sehe das Alkoholverbot kritisch, da es pauschal alle Reisenden unter Generalverdacht stelle. „Wir brauchen keine Alkoholverbote, sondern mehr Präsenz von Sicherheitskräften und soziale Angebote für suchtkranke Menschen“, sagte ein Sprecher von Pro Bahn.

Auswirkungen auf die Sicherheitslage

Die DB verweist auf den Erfolg der Modellprojekte: In den betroffenen Bahnhöfen sei die Zahl der Körperverletzungsdelikte um rund 25 Prozent gesunken, auch die Reinigungskosten hätten sich reduziert. Die Maßnahme sei Teil eines umfassenderen Sicherheitskonzepts, das auch Videoüberwachung und bessere Beleuchtung umfasst. Die Bundespolizei begrüßte das Alkoholverbot als „geeignetes Mittel, um die Sicherheit an Bahnhöfen zu erhöhen“.

Reaktionen aus der Politik

Die Berliner Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) unterstützt das Vorhaben. „Die Sicherheit der Fahrgäste hat oberste Priorität. Das Alkoholverbot ist ein wichtiger Baustein, um die Bahnhöfe sauberer und sicherer zu machen“, sagte sie. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus kritisierte hingegen, dass die Maßnahme nicht mit sozialen Hilfsangeboten für alkoholkranke Menschen gekoppelt sei. Die DB kündigte an, in Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtmission Beratungs- und Hilfsangebote in den Bahnhöfen auszubauen.

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