Autovermieter warnen Klingbeil vor Bargeldpflicht: Risiko für Kriminalität
Autovermieter warnen Klingbeil vor Bargeldpflicht

Führende Autovermieter in Deutschland schlagen Alarm: In einem gemeinsamen Brief an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) warnen sie vor den Folgen der geplanten EU-Bargeldpflicht. Die Unternehmen sehen dadurch die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden gefährdet und befürchten einen Anstieg von Straftaten wie Drogenschmuggel, Menschenhandel und Geldwäsche.

EU-Entwurf „Legal Tender of Cash“ stößt auf Widerstand

Hintergrund ist der EU-Verordnungsentwurf „Legal Tender of Cash“. Die Europäische Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen will den Status von Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel stärken. Konkret sieht der Entwurf vor, dass Zahlungsempfänger Bargeld grundsätzlich nicht mehr ablehnen dürfen. Während dies im Einzelhandel als sinnvoll erachtet wird, sehen die Autovermieter darin ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

„Bei der Autovermietung sind digitale Zahlungsmittel aus Sicherheitsgründen Branchenstandard“, heißt es in dem Schreiben. Vor allem Kreditkarten dienten nicht nur der Bezahlung, sondern auch der Identitätsprüfung. Dieser Mechanismus würde durch eine Bargeldpflicht geschwächt, da die Anonymität von Transaktionen erhöht und das Nachverfolgen missbräuchlicher Nutzung von Mietfahrzeugen erschwert werde.

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Gefälschte Ausweise und Überfallrisiko

Besonders brisant: Nach Darstellung der Unternehmen werden Autovermietern bereits heute „in nicht geringem Umfang“ gefälschte Führerscheine und Ausweisdokumente vorgelegt. Digitale Zahlungsmittel wirkten hier abschreckend, weil der Name auf Kreditkarte, Führerschein und Ausweis übereinstimmen müsse. „Bargeld erleichtert die Verschleierung der Täterschaft erheblich“, warnen die Branchenvertreter.

Zudem erhöhten große Bargeldbestände an Mietstationen das Überfallrisiko, der Schutz von Mitarbeitern sei dadurch beeinträchtigt. Die Autovermieter fordern daher eine Ausnahmeklausel für die Branche. Konkret: Wer ein Auto im Wert von mehr als 10.000 Euro mietet, soll auch künftig nicht anonym mit Bargeld zahlen können.

Verband fordert Nachbesserung des EU-Entwurfs

Auch der Verband der internationalen Autovermieter (VIA) übt Kritik am Vorschlag. Der Verband fordert eine neue Ausnahmeklausel im EU-Entwurf, um die Sicherheitsstandards der Branche zu erhalten. Die Autovermieter bitten Vizekanzler Klingbeil, die Position der Branche in den anstehenden EU-Verhandlungen „nachdrücklich“ zu vertreten.

Fest steht: Brüssel will Bargeld stärken, doch die Autovermieter sind überzeugt, dass dies am Ende die falschen Leute freuen könnte. Der Brief liegt BILD exklusiv vor.

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