Der neue britische Premierminister Andy Burnham (56) hat nur wenige Stunden nach seiner Amtseinführung eine überraschende Steuersenkung verkündet: Die Mehrwertsteuer auf Strom für Privathaushalte wird ab dem 1. Oktober vollständig gestrichen. Der bisherige Satz von fünf Prozent sinkt auf null. Dies gab Burnham am Montag bekannt, unmittelbar nach seinem Einzug in Downing Street 10.
Entlastung für Millionen Haushalte
Nach Angaben der britischen Regierung sollen die Stromkosten für Haushalte dadurch um mindestens 45 Pfund (rund 53 Euro) pro Jahr sinken. Angesichts einer durchschnittlichen Jahresstromrechnung von 1862 Pfund (etwa 2190 Euro) kommt die Entlastung für viele Briten zur rechten Zeit. „Wir ergreifen unverzüglich Maßnahmen, um die Steuern auf Energiekosten zu senken, den Menschen mehr Geld in den Taschen zu lassen und ihnen wieder Hoffnung zu geben“, erklärte Burnham.
Finanzierung durch Streichung eines Digitalprojekts
Die Steuersenkung soll nicht durch neue Schulden, sondern durch Einsparungen finanziert werden. Konkret wird ein 1,8 Milliarden Pfund teures Digital-Ausweisprojekt für Arbeitnehmer gestrichen, das die Vorgängerregierung zur Bekämpfung illegaler Einwanderung geplant hatte. Das Vorhaben war jedoch stark umstritten und wurde von einem parteiübergreifenden Ausschuss des Parlaments als „Fiasko“ bezeichnet.
Gemischt Reaktionen an den Finanzmärkten
Während die Maßnahme bei Verbrauchern auf Zustimmung stößt, zeigen sich die Finanzmärkte skeptisch. Investoren beobachten genau, wie der neue Premier weitere von ihm versprochene Entlastungen finanzieren will. Die Renditen langfristiger britischer Staatsanleihen zogen zu Wochenbeginn deutlich an, da Befürchtungen über höhere Staatsausgaben aufkamen.
In Deutschland liegt die Mehrwertsteuer auf Strom hingegen bei 19 Prozent, was den Unterschied in der Energiepolitik zwischen beiden Ländern unterstreicht. Burnhams Schritt könnte als Signal für eine neue Ära der Steuerpolitik in Großbritannien gewertet werden.



