DLRG warnt: Schwimmbojen sind keine Lebensversicherung
DLRG: Schwimmbojen bieten keinen sicheren Schutz

DLRG: Schwimmbojen bieten keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken

Sommer, Sonne, Badesee: Für viele Menschen gehört Schwimmen an heißen Tagen einfach dazu. Doch der Freizeitspaß kann schnell zur Gefahr werden, wenn die eigenen Fähigkeiten überschätzt oder das Gewässer nicht geeignet ist. Zuletzt kam es etwa zu mehreren Badeunfällen im Rhein. Um Notfälle zu verhindern, kann eine Schwimmboje helfen, wie ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz sagt. „Sie sind aber keine Lebensversicherung.“

Vorteile und Grenzen von Schwimmbojen

Leuchtend orange, pink oder gelb zieht eine Schwimmboje hinter Schwimmern durchs Wasser, befestigt über einen Gürtel. Der größte Vorteil: die Sichtbarkeit. Gerade bei Wellengang oder tief stehender Sonne werden Schwimmer von Booten, Stand-up-Paddlern oder anderen Wassersportlern deutlich früher erkannt. Viele Modelle bieten zudem etwas Auftrieb, bei Erschöpfung kann man sich daran festhalten. Die DLRG warnt jedoch: Eine Schwimmboje bietet keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken.

Wer in Flüssen wie Rhein, Mosel, Lahn oder Nahe schwimmt, bringe sich in erhebliche Gefahr, heißt es weiter. Strömungen, Schiffsverkehr und Sogwirkungen ließen sich durch keine Boje ausgleichen. Die beste Sicherheitsausrüstung sei deshalb die richtige Entscheidung, ein gefährliches Gewässer gar nicht erst zum Schwimmen zu nutzen.

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Schwimmabzeichen: Bronze als Nachweis des sicheren Schwimmens

Bevor es ins Wasser geht, sollte jeder seine eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einschätzen. Das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze gilt nach Angaben der DLRG als Nachweis des sicheren Schwimmens. „Das ist bundesweit so definiert und entspricht auch der gemeinsamen Definition von Kultusministerkonferenz und den Schwimmsportverbänden.“ Das Seepferdchen sei zwar ein „wichtiger Meilenstein“, aber noch kein Beleg dafür, dass ein Kind ohne Aufsicht sicher schwimmen könne.

Schwimmabzeichen seien aber generell kein Garant für sicheres Schwimmen in offenen Gewässern. Sie würden unter kontrollierten Bedingungen im Schwimmbad erworben. Seen und Flüsse stellten dagegen ganz eigene Herausforderungen: Strömungen, Wellen, schlechte Sicht, Schiffsverkehr oder Pflanzenbewuchs können selbst geübte Schwimmer überraschen. „Deshalb gilt: Schwimmen lernen endet nicht mit dem Abzeichen. Regelmäßiges Üben, Erfahrung im Wasser und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gefahren bleiben entscheidend.“

Appell der Bildungsministerin: Kinder frühzeitig ans Wasser gewöhnen

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) richtete kürzlich einen Appell an die Eltern. Sie rief sie dazu auf, darauf zu achten, dass die eigenen Kinder schwimmen lernen, sich frühzeitig an Wasser gewöhnten und danach das Seepferdchen-Abzeichen erwerben. Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass Kinder das Schwimmen etwa in Schwimmzentren nach dem Vorbild von Trier und Ludwigshafen lernen.

Sicher schwimmen im Freiwasser: Tipps der DLRG

Wer schwimmen kann und das im Freiwasser unter Beweis stellen möchte, sollte möglichst bewachte Badestellen oder ausgewiesene Freiwasserbereiche nutzen, Wetter und Wasserbedingungen vorab prüfen und möglichst nie alleine ins Wasser gehen, erklärt die DLRG. Auf das Schwimmen in Schifffahrtsstraßen und strömungsreichen Flüssen sollte grundsätzlich verzichtet werden.

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