Eichenprozessionsspinner in Berlin: So schützen Sie sich vor gefährlichen Raupen
Eichenprozessionsspinner: Schutz vor Raupen in Berlin

Der Sommer ist zurück – und mit ihm die Plage durch den Eichenprozessionsspinner. Die feinen Brennhaare der Raupen können bei Menschen starke allergische Reaktionen hervorrufen, darunter Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot und im Extremfall einen anaphylaktischen Schock. Der Tagesspiegel beantwortet die wichtigsten Fragen, um sich effektiv vor den Tieren zu schützen.

Woran erkennt man die Raupen des Eichenprozessionsspinners?

Die Raupen sind laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bräunlich gefärbt, haben einen breiten Rückenstreifen, werden bis zu fünf Zentimeter lang und wirken auffällig flauschig behaart. Sie bewegen sich in Gruppen auf Eichen fort, oft in langen Ketten, was ihnen den Namen „Prozessionsspinner“ eingebracht hat. Befallene Bäume sind an weißen, spinnwebartigen Gespinsten zu erkennen, die wie flache Beutel oder große Klumpen an der Rinde hängen.

Was macht die Raupen so gefährlich?

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen auf ihrer Haut winzige Brennhaare von 0,1 bis 0,3 Millimetern Länge, die ein Schutzgift enthalten, erklärt die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung. Wenn diese Härchen abbrechen, verteilen sie sich durch den Wind in der Umgebung und bleiben mit ihren Widerhaken an Nestern, Unterholz, Laub, Kleidung und Schuhen haften. Bei Kontakt kann das Gift allergische Reaktionen auslösen. Ausgewachsene Nachtfalter sind dagegen ungefährlich – die Gefahr geht ausschließlich von den Raupen aus.

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Welche Symptome können auftreten?

Bei Hautkontakt kommt es zu Rötungen und einem Ausschlag, der sogenannten Raupendermatitis, mit kleinen, punktförmigen Pusteln und starkem Juckreiz. Gelangen die Brennhaare in die Augen, drohen Reizungen und schwere Entzündungen. Das Einatmen der Härchen kann Husten und Atemnot verursachen. Weitere mögliche Symptome sind Schwindel, Benommenheit und Fieber. Bei Auftreten solcher Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Wer ist besonders gefährdet?

Generell sollten alle Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, Vorsicht walten lassen. Besonders gefährdet für schwere allergische Reaktionen sind Personen mit Vorerkrankungen wie Allergien oder Asthma, da die Symptome bei ihnen extremer ausfallen können.

Wie schützt man sich und seine Kinder?

Der wichtigste Schutz ist, befallene Gebiete zu meiden. Gemeldete Fundorte sind in der Regel deutlich gekennzeichnet und beschildert. Die Gesundheitsverwaltung rät, auf den Wegen zu bleiben, sich von Eichen fernzuhalten und Raupen sowie Nester nicht zu berühren. Kommt es dennoch zu Kontakt, sollten Kleidung und Schuhe sofort gewechselt und gewaschen werden, außerdem ist eine Dusche mit Haarwäsche empfehlenswert. Bei schweren Beschwerden wie Atemnot ist der Rettungsdienst zu rufen.

Sind Haustiere gefährdet?

Ja, auch Hunde und Katzen können unter den Giftstoffen der Brennhaare leiden. Tiere nehmen die Härchen beim Schnüffeln oder Lecken über die Schleimhäute auf, was zu schweren Entzündungen führen kann. Anzeichen sind laut der Haustierversicherung Agila übermäßiger Speichelfluss, geschwollene Zunge, starkes Zittern und bei Augenentzündungen ständiges Kratzen. Betroffene Stellen sollten abgespült und umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Was tun bei Befall auf dem eigenen Grundstück?

Wer Nester oder Raupen auf seinem Grundstück entdeckt, sollte den Bereich meiden und Fenster sowie Türen geschlossen halten, um ein Einwehen der Härchen zu verhindern. Die Entfernung sollte von professionellen Fachfirmen durchgeführt werden – von eigenständigen Versuchen mit Hausmitteln wird dringend abgeraten. Zudem wird empfohlen, den Befall beim Berliner Forstamt oder dem zuständigen Grünflächenamt zu melden, damit die Ausbreitung verfolgt und eingedämmt werden kann.

Wo kann man entdeckte Raupen oder Nester melden?

Funde im öffentlichen Raum können per E-Mail an die Bezirksstraßen- und Grünflächenämter gemeldet werden. In den städtischen Wäldern sind die Berliner Forsten zuständig, wobei eine Meldung nur bei extremem Befall oder an sensiblen Orten wie Waldspielplätzen erforderlich ist. Die E-Mail-Adressen der Bezirke lauten:

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  • Charlottenburg-Wilmersdorf: gruenflaechen@charlottenburg-wilmersdorf.de
  • Friedrichshain-Kreuzberg: tiefgruen@ba-fk.berlin.de
  • Lichtenberg: sga@lichtenberg.berlin.de
  • Marzahn-Hellersdorf: sga-bauminspektion@ba-mh.berlin.de
  • Mitte: sga@ba-mitte.berlin.de
  • Neukölln: sga@bezirksamt-neukoelln.de
  • Pankow: sga.allgemein@ba-pankow.berlin.de
  • Reinickendorf: gartenbau@reinickendorf.berlin.de
  • Spandau: gruenanlagenpflege@ba-spandau.berlin.de
  • Steglitz-Zehlendorf: fb-gruen@ba-sz.berlin.de
  • Tempelhof-Schöneberg: eps@ba-ts.berlin.de
  • Treptow-Köpenick: eichenprozessionsspinner@ba-tk.berlin.de