Falsche Müllsherriffs in Berlin: 55 Euro Strafe für eine Flasche
Falsche Müllsherriffs in Berlin: 55 Euro Strafe

In Berlin-Friedrichshain treiben offenbar falsche Müllkontrolleure ihr Unwesen. Sie verlangen von Bürgern 55 Euro, wenn diese eine leere Flasche abstellen – und kassieren damit illegal ab. Die Stadtverwaltung warnt vor dieser Betrugsmasche.

Wie die falschen Kontrolleure vorgehen

Laut einem Bericht des Redakteurs Dirk Krampitz geben sich die Täter als sogenannte „Müllsherriffs“ aus. Sie sprechen Passanten an, die etwa eine Pfandflasche neben einem Mülleimer oder auf der Straße abstellen, und verlangen sofort 55 Euro „Strafe“. Die Summe entspricht offenbar dem regulären Bußgeld für das achtlose Abstellen von Müll – doch die angeblichen Kontrolleure haben keine Berechtigung dazu. Die echten Ordnungsämter in Berlin erheben solche Strafen nur nach einer offiziellen Verwarnung und stellen einen schriftlichen Bescheid aus.

Hintergrund: Müllproblem in Friedrichshain

In Friedrichshain, insbesondere rund um die Warschauer Straße, haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder wilde Müllkippen gebildet. Eine Verpackungsmüll-Ecke wuchs über Wochen an, wurde zwischenzeitlich beseitigt, sammelte sich jedoch erneut an. Die Situation verunsichert Anwohner und sorgt für Frust. Genau diese Verunsicherung nutzen die falschen Kontrolleure aus, um an Geld zu gelangen.

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Polizei und Ordnungsamt warnen

Die Berliner Polizei sowie das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg haben bereits mehrfach vor den falschen Müllsherriffs gewarnt. „Bürger sollten niemals Bargeld an angebliche Kontrolleure zahlen“, betont ein Sprecher der Polizei. „Echte Mitarbeiter des Ordnungsamtes stellen einen schriftlichen Bußgeldbescheid aus, der später per Post zugestellt wird.“ Die Stadt ruft dazu auf, verdächtige Personen zu melden und keinesfalls auf die Forderungen einzugehen.

Betrugsmasche mit System

Die Täter gehen offenbar systematisch vor: Sie tragen oft orange Westen oder ähnliche Kleidung, die an offizielle Reinigungskräfte erinnert. Sie haben keine Dienstmarke oder Ausweis dabei. Nach der Zahlung verschwinden sie schnell. Die Behörden gehen davon aus, dass die Masche in den vergangenen Wochen bereits mehrfach erfolgreich war. „Bislang sind uns mehrere Fälle bekannt, die Dunkelziffer könnte aber höher sein“, erklärt das Ordnungsamt.

Was Bürger tun sollten

Die Polizei empfiehlt, bei solchen Vorfällen sofort die nächste Polizeidienststelle zu verständigen oder den Notruf zu wählen. Wer bereits gezahlt hat, sollte Anzeige erstatten. Zudem bittet die Stadt, Fotos von den falschen Kontrolleuren zu machen, falls dies gefahrlos möglich ist. Auch die Information über genaue Standorte und Zeiten hilft bei der Fahndung.

Die unechten Müllsherriffs sind ein weiteres Beispiel für dreiste Abzocken der Bevölkerung. In Berlin hatte es bereits ähnliche Vorfälle mit falschen Parkplatzwächtern oder angeblichen Kontrolleuren des öffentlichen Nahverkehrs gegeben. Die Polizei warnt vor allen Personen, die ohne Berechtigung Geld fordern. Im Zweifel sollten Bürger immer den offiziellen Dienstweg verlangen und sich den Ausweis zeigen lassen.

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