Erling Haaland, der 1,95 Meter große norwegische Fußballstar, führt sein Land bis ins WM-Viertelfinale – und das mit einer Vorliebe für fette Rib-Eye-Steaks und Short Ribs. Doch wie gesund ist dieser Fleischkonsum wirklich? Uwe Schröder, Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Sporternährung, ordnet die Ernährung des Torjägers ein.
Risiken bei fettreichem Fleisch
Schröder sieht bei Haalands Lieblingsstücken klare Risiken. „Ein sehr hoher, regelmäßiger Verzehr besonders fettreicher Fleischstücke wie Rib-Eye oder Short Ribs kann den empfohlenen Rahmen der gesättigten Fettsäuren übersteigen“, warnt der Experte. Gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Fetten vorkommen, können bei dauerhaft hoher Aufnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Zwar sei das Risiko für Haaland selbst aufgrund seiner außergewöhnlichen Körpergröße, Muskelmasse und seines enormen Energieverbrauchs gering. Schröder betont jedoch: „Das ist kein ‚Freibrief‘ für unbegrenzten Konsum tierischer, gesättigter Fette.“ Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen könne sich auch bei Hochleistungssportlern über Jahre aufbauen – vor allem, wenn diese Ernährungsweise nach der aktiven Karriere beibehalten werde.
Muskelaufbau benötigt mehr als Steak
Trotz der Kritik an besonders fettreichen Fleischstücken sieht der Ernährungsexperte auch gesundheitliche Vorteile von Rindfleisch. „Das Eiweiß (Protein) ist hochwertig, unabhängig vom Fettgehalt“, sagt Schröder. Rindfleisch liefere außerdem wichtige Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12, Zink und Selen sowie Kreatin. Vor allem mageres Rindfleisch sei deshalb eine gute Proteinquelle.
Für Muskelaufbau reicht Fleisch allein jedoch nicht aus. Entscheidend seien laut Schröder die gesamte Eiweißmenge, die Qualität des Proteins, der Zeitpunkt der Aufnahme und das Training. Hochleistungssportler benötigten etwa doppelt so viel Protein wie Menschen, die viel sitzen. Weil sie deutlich mehr Energie verbrauchen, könnten sie aber auch entsprechend mehr essen. Für einen Profi wie Haaland sei Fleisch deshalb eine sinnvolle Proteinquelle – den Muskelaufbau könne aber genauso eine gut zusammengestellte Ernährung mit pflanzlichen Eiweißquellen unterstützen.



