Heißluftfritteuse: So gesund ist das Kochen im Air-Fryer
Heißluftfritteuse: So gesund ist das Kochen im Air-Fryer

In deutschen Küchen haben Heißluftfritteusen inzwischen den Status eines Standardgeräts erreicht. Laut einer Umfrage von YouGov Deutschland aus dem November 2025 gaben 53 Prozent der Befragten an, einen Air-Fryer zu besitzen oder zu nutzen. 46 Prozent davon verwenden ihn sogar mehrmals pro Woche. Kein Wunder, denn das Gerät verspricht knusprige Ergebnisse mit deutlich weniger Fett als eine klassische Fritteuse. Ob das Versprechen hält, zeigen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen.

Das Prinzip: Heißluft statt Fettbad

Anders als bei der herkömmlichen Fritteuse werden die Lebensmittel in der Heißluftfritteuse nicht in Öl getaucht. Stattdessen zirkuliert heiße Luft im Garraum und macht Pommes, Nuggets oder Gemüse außen knusprig. Das spart Fett – und zwar nicht zu knapp. Eine im „Journal of Food Science“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich auf diese Weise bis zu 80 Prozent Fett einsparen lassen, bei vergleichbarem Geschmack und ähnlicher Konsistenz.

Dieser Vorteil macht den Air-Fryer für alle interessant, die ihre Kalorien- und Fettbilanz verbessern möchten, ohne auf knusprige Speisen zu verzichten. Allerdings gilt: Entscheidend ist weiterhin, was in das Gerät wandert. Wer tiefgekühlte, panierte Produkte verwendet, nimmt weiterhin verarbeitete Zutaten zu sich – nur eben mit weniger Fett.

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Weniger Acrylamid durch Heißluft

Ein weiterer gesundheitlicher Pluspunkt betrifft die Bildung von Acrylamid. Der Stoff entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln stark erhitzt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft Acrylamid als potenziell krebserregend für den Menschen ein, auch wenn ein direkter Zusammenhang bislang nicht eindeutig belegt ist.

Gerade hier zeigt die Heißluftfritteuse ihre Stärke. Spanische Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass die Zubereitung im Air-Fryer die Acrylamid-Bildung um bis zu 90 Prozent reduzieren kann. Das ist ein deutlicher Unterschied zur klassischen Fritteuse, in der hohe Temperaturen und Öl die Entstehung begünstigen. Wer seine Kartoffeln also in der Heißluftfritteuse statt im Fettbad gart, nimmt nachweislich weniger von dem kritischen Stoff auf.

Beliebte Modelle im Vergleich

Doch welche Air-Fryer überzeugen im Alltag? Am Markt gibt es inzwischen eine große Auswahl – von kompakten Einsteigermodellen bis hin zu XXL-Geräten mit Doppelkammer. Drei Modelle stehen besonders hoch im Kurs.

Ninja Foodi Max Dual Zone: Zwei Fächer für große Haushalte

Die Foodi Max Dual Zone von Ninja gehört zu den Bestsellern bei Amazon. Sie verfügt über zwei getrennte Frittierkammern mit je 3,8 Litern Fassungsvermögen. So lassen sich Hauptgericht und Beilage gleichzeitig zubereiten, ohne dass sich Aromen vermischen. Dank Match- und Synchron-Funktion werden beide Speisen entweder gleichzeitig fertig oder mit derselben Einstellung gegart. In jedes Fach passen bis zu einem Kilogramm Pommes. Im Schnitt bewerten Käufer das Gerät mit 4,7 von fünf Sternen. Für rund 130 Euro ist es regulär erhältlich, bei Gebrauchtgeräte-Händlern wie Back Market gibt es es in sehr gutem Zustand bereits für knapp 80 Euro.

Philips Airfryer 2000: Kompakt und intuitiv

Wer weniger Platz hat oder den Air-Fryer nur gelegentlich nutzt, findet im Philips Airfryer 2000 eine passende Alternative. Der 4,2 Liter große Garkorb ist deutlich kleiner als das Ninja-Modell. Ein Touchscreen macht die Bedienung einfach, insgesamt stehen 13 Funktionen und neun voreingestellte Programme zur Verfügung. Bei Amazon wurde das Gerät im vergangenen Monat über 2.000 Mal gekauft und gilt dort als eines der gefragtesten Modelle in seiner Klasse. Der Preis liegt je nach Angebot meist unter 70 Euro.

Ninja Crispi: Flexibel dank Glasbehältern

Ein ungewöhnliches Konzept verfolgt die Ninja Crispi. Hier wird der sogenannte PowerPod auf einen der zwei mitgelieferten Glasbehälter gesetzt. Die transparenten Behälter mit 1,4 und 3,8 Litern Fassungsvermögen eignen sich nicht nur zum Garen, sondern auch zum Vorbereiten, Servieren und Aufbewahren. Dank Deckel können Speisen direkt im Behälter im Kühlschrank verstaut oder ins Büro mitgenommen werden. Der Temperaturbereich liegt zwischen 70 und 185 Grad Celsius. Das Gerät kostet regulär rund 120 Euro, bei Back Market ist es für knapp 80 Euro erhältlich.

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Fazit: Knusprig, aber kein Freibrief

Die wissenschaftliche Datenlage ist eindeutig: Heißluftfritteusen sind eine deutlich fettärmere und acrylamidreduzierte Alternative zur herkömmlichen Fritteuse. Wer regelmäßig Pommes, Snacks oder auch Gemüse zubereitet, kann mit dem Air-Fryer also etwas für die Gesundheit tun. Doch das Gerät ist kein Freifahrtschein. Auch eine Heißluftfritteuse macht aus stark verarbeiteten Tiefkühlprodukten kein Superfood. Die Grundregel lautet: Wer bewusst und ausgewogen isst, profitiert am meisten von der Technik. Entscheidend bleibt die Zutatenwahl – und die Menge, in der frittierte Speisen auf dem Teller landen.