Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Baden-Württemberg eine Unwetterwarnung herausgegeben. Sie gilt für alle vier Regierungsbezirke und wurde am frühen Nachmittag bis zum Abend ausgerufen.
Konkret erwarten die Meteorologen örtlich schwere Gewitter mit Orkanböen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Dazu kommt extrem heftiger Starkregen, wobei vereinzelt bis zu 40 Liter pro Quadratmeter binnen einer Stunde fallen können. Auch Hagel mit Korngrößen um die drei Zentimeter ist im Bereich des Möglichen.
„Extreme Gefahr durch Blitzschlag, Hagel oder schwere Sturmböen! Mit örtlichen Überflutungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen", warnt der DWD in seiner Meldung.
Warnung gilt im gesamten Südwesten
Betroffen sind sämtliche Regierungsbezirke des Landes: Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen. Die Unwetterwarnung wurde damit für das komplette Territorium Baden-Württembergs ausgesprochen, das vom Bodensee im Süden bis ins Tauberland im Norden reicht.
Eine solche flächendeckende Warnung ist nicht alltäglich. Oftmals beschränken sich Unwetterwarnungen des DWD auf einzelne Landkreise oder Regionen. Dass alle vier Bezirke gleichzeitig betroffen sind, deutet auf ein großräumiges Wettergeschehen hin.
Orkanböen und Starkregen: Das bedeutet die Warnung
Eine Orkanböe mit 110 km/h kann schwere Schäden anrichten: Dächer abdecken, Äste abbrechen lassen und Gegenstände durch die Luft wirbeln. Zusammen mit dem Hagel von drei Zentimetern Korngröße – das entspricht etwa der Größe von Golfbällen – besteht akute Gefahr für Fenster, Fahrzeuge und Personen im Freien.
Der Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde kann dazu führen, dass Kanäle die Wassermassen nicht mehr aufnehmen können. Gerade in Senken und Unterführungen drohen Überflutungen. Auch Keller können innerhalb kürzester Zeit voll Wasser laufen.
Verkehrsbehinderungen und Gefahren für die Infrastruktur
Der Deutsche Wetterdienst weist ausdrücklich auf erhebliche Verkehrsbehinderungen hin. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten ihre Fahrweise anpassen und auf Schleudergefahr achten. Auf den Straßen kann sich das Wasser schnell sammeln, sodass auch größere Fahrzeuge stecken bleiben könnten.
Zudem besteht die Gefahr von Blitzeinschlägen. Der DWD stuft die Lage als „extreme Gefahr" ein. Das ist die höchste Warnstufe, die der Wetterdienst überhaupt ausgibt. Sie bedeutet, dass Personen im Freien unmittelbar von Blitzschlag, Hagel oder umherfliegenden Trümmern betroffen sein können.
Bis zum Abend gilt die Warnung
Die Unwetterwarnung wurde am frühen Nachmittag herausgegeben und gilt bis zum Abend. Innerhalb dieses Zeitfensters können die Gewitter jederzeit entstehen. Der DWD empfiehlt, auf aktuelle Wetterinformationen zu achten und Schutz zu suchen, sobald sich Gewitter ankündigen.
Erst wenn der DWD die Warnung offiziell aufhebt, kann Entwarnung gegeben werden. Bis dahin sollten sich alle Menschen in Baden-Württemberg über die Entwicklungen informieren und unnötige Aufenthalte im Freien vermeiden.
Wie Sie sich bei Gewittern verhalten sollten
Bei orkanartigen Böen ist es ratsam, sich von Wäldern und lockeren Ästen fernzuhalten. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben. Wer sich im Freien aufhält, sollte Mulden und Senken meiden, falls es zu Überflutungen kommt. Auf der Straße gilt: Abstand zu Bäumen und Baugerüsten halten.
Auch für die Landwirtschaft sind Unwetter mit Hagel eine Gefahr: Die Eisbrocken können Ernten vernichten. Die Warnung betrifft daher nicht nur Städte, sondern auch ländliche Regionen.
Die Lage bleibt bis zum Abend angespannt. Der Deutsche Wetterdienst beobachtet die Entwicklung fortlaufend und passt seine Warnungen bei Bedarf an. Es ist ratsam, die offiziellen Warnkanäle wie die WarnWetter-App oder den Rundfunk zu nutzen, um jederzeit informiert zu sein.



