INSA-Umfrage: Deutsche gespalten bei Sonntags-Shopping
INSA-Umfrage: Deutsche gespalten bei Sonntags-Shopping

Eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag von BILD zeigt, dass die Deutschen beim Thema Sonntags-Shopping tief gespalten sind. Während 44 Prozent der Befragten die geplante Ausweitung der Öffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken ab 2027 befürworten, lehnen 40 Prozent diese Maßnahme ab. Noch deutlicher fällt die Ablehnung bei einer generellen Sonntagsöffnung aller Geschäfte aus: 52 Prozent der Deutschen sprechen sich dagegen aus, nur 37 Prozent sind dafür.

Hintergrund: Koalitionsbeschluss und Forderungen des Handels

Auslöser der Debatte ist ein Beschluss im Koalitionsausschuss der Bundesregierung. Dieser sieht vor, dass Bäckereien und Konditoreien sonntags künftig bis zu acht Stunden verkaufen dürfen – bisher sind je nach Bundesland nur drei bis fünf Stunden erlaubt, mit angeschlossenem Café auch länger. Auch Bibliotheken sollen ab nächstem Jahr sechs Stunden öffnen dürfen. Dem Handelsverband Deutschland (HDE) geht dies nicht weit genug. „Einkaufen ist auch Freizeiterlebnis. Daher setzen wir uns für Sonntagsöffnungen im Einzelhandel ein, um Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (63) zu BILD.

Handelsvertreter kritisieren aktuelle Regelung als antiquiert

Nils Busch-Petersen (63), Chef des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, ergänzt: „Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern.“ Die Forderung nach einer generellen Lockerung der Sonntagsöffnungsverbote wird jedoch nicht nur von Gewerkschaften und Kirchen kritisiert, sondern stößt auch auf rechtliche Hürden: Die Ladenöffnungszeiten fallen in die Verantwortung der Bundesländer. „Der Bundestag entscheidet über die Sonntagsarbeitszeiten und die Bundesländer über die Sonntagsöffnungszeiten. In beiden Fällen bin ich für eine großzügige Ausweitung der bisherigen Regelungen“, sagte Christian von Stetten (55, CDU), Chef des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, zu BILD.

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Meinungsbild in der Bevölkerung: Klare Mehrheit gegen häufige Sonntagsöffnungen

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass eine Mehrheit der Deutschen an der traditionellen Sonntagsruhe festhalten möchte. Nur gut ein Drittel der Befragten spricht sich für mehr Sonntags-Shopping aus. Die geplanten Änderungen für Bäckereien und Bibliotheken stoßen auf ein geteiltes Echo: 44 Prozent Zustimmung stehen 40 Prozent Ablehnung gegenüber. Die INSA-Umfrage wurde am 11. Juli 2026 veröffentlicht und basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.000 Deutschen.

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