KI bei der Steuererklärung: Hilfe mit Grenzen – Was sie kann und was nicht
KI bei der Steuererklärung: Hilfe mit Grenzen

Die Steuererklärung zählt für viele zu den unbeliebtesten Aufgaben des Jahres. Belege müssen gesammelt, Formulare ausgefüllt und Fachbegriffe verstanden werden. Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei helfen, doch ihre Grenzen sollten bekannt sein.

Was KI leisten kann

1. Fachbegriffe erklären

KI-Systeme wie ChatGPT können steuerliche Fachbegriffe wie Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen verständlich erklären. Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler sagt: „Gerade für Einsteiger bietet KI eine gute erste Orientierung.“ Viele scheitern weniger an Zahlen als an der Behördensprache. Steuerberater Prof. Rainer Bräutigam ergänzt: „KI kann gefragt werden, welche Tatbestände in welche Zeile gehören.“

2. Mögliche Steuerabzüge erkennen

Viele Verbraucher wissen nicht, was steuerlich relevant ist. KI kann Hinweise auf gängige Kostenarten wie Fahrtkosten, Fortbildungen oder Arbeitsmittel geben. Wer seinen Fall konkret beschreibt, erhält gezieltere Tipps – etwa bei Verkäufen über Onlineplattformen.

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3. Struktur in die Vorbereitung bringen

KI kann Checklisten mit typischen Unterlagen erstellen, etwa Lohnsteuerbescheinigung, Spendenquittungen oder Handwerkerrechnungen. Das hilft, wichtige Dokumente frühzeitig bereitzuhalten.

4. Bei der Interpretation von Steuerbescheiden helfen

Nach Einreichung der Steuererklärung folgt der Steuerbescheid. KI kann schwer verständliche Passagen erklären. Aus Datenschutzgründen sollten Nutzer jedoch nur einzelne Textpassagen eingeben, nicht den gesamten Bescheid hochladen.

Was KI nicht leisten kann

1. Über aktuelle steuerliche Regeln informieren

KI ist nicht immer richtig. Eine Studie von Prof. Martin Jacob zeigt: KI hilft nicht zuverlässig bei der Frage, ob Ausgaben abzugsfähig sind. „KI wird nicht für eine falsche Rechtsberatung haften“, warnt Jacob. Spezialisierte Steuer-KI-Modelle sind besser als allgemeine Systeme wie ChatGPT.

2. Belege sammeln

KI kann keine Ordnung in physische Belege bringen. „Eine gute Buchführung bleibt relevant“, sagt Jacob. Steuerzahler müssen ihre Angaben nachweisen können.

3. Ganze Dokumente analysieren

Steuerdaten sind sensibel. Der Bund der Steuerzahler rät, keine Steuer-ID oder Kontodaten preiszugeben. Vollständige Unterlagen in KI einzugeben, ist tabu – zu groß ist die Gefahr des Datenmissbrauchs.

4. Professionelle Beratung schlagen

KI ersetzt keine professionelle Beratung, besonders bei komplexen Fällen wie Vermietung oder Selbstständigkeit. Zudem setzen Steuerbehörden zunehmend KI zur Erkennung von Falschangaben ein, was das Risiko für fehlerhafte Angaben erhöht.

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