KI erkennt Urlaubsort: Urlaubsfotos werden zur Gefahr für Reisende
KI erkennt Urlaubsort: Fotos werden zur Gefahr

KI erkennt Urlaubsort: Warum Urlaubsfotos jetzt zur Gefahr werden

Ein tolles Foto vom Kolosseum in Rom teilt man gerne in sozialen Medien – aber genau das hilft Betrügern. Sie stehen vor dem Kolosseum in Rom. Die Sonne scheint, das perfekte Urlaubsfoto ist im Kasten. Ein Klick auf Instagram oder Facebook – und schon Minuten später wissen alle Freunde und Ihre Familie, wo Sie gerade sind. Wenige Tage später kommt eine E-Mail. Angeblich gibt es Probleme mit einer Zahlung in Rom, die Sie autorisieren müssen, damit die Karte nicht gesperrt wird. Das Problem: Die Mail stammt von Betrügern, die mit KI und Ihrem Foto erkannt haben, wo Sie sind – und nun täuschend echte Phishing-Mails schicken.

Betrugsmasche mit KI: Nicht nur Kreditkarten betroffen

Bei dieser Betrugsmasche geht es nicht nur um Kreditkarten. Auch gefälschte Nachrichten von Hotel, Bank, Fluggesellschaft oder Reiseveranstalter sind möglich. Weil alles zum tatsächlichen Aufenthaltsort passt, wirken die Betrugsversuche deutlich glaubwürdiger, warnt jetzt der Sicherheitsanbieter McAfee.

KI braucht keine GPS-Daten mehr

Für eine aktuelle Untersuchung ließ McAfee mehr als 21.000 öffentlich zugängliche Reisefotos von frei verfügbaren KI-Modellen analysieren. Das Ergebnis: Ein Modell erkannte Stadt und Land in 91 Prozent der Fälle korrekt, ein weiteres kam auf 87 Prozent. GPS-Daten oder andere Metadaten waren dafür gar nicht nötig: Gebäude, Straßenschilder, Landschaften oder selbst die Vegetation lieferten der KI genügend Hinweise.

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In einem weiteren Test analysierten die KIs ChatGPT, Claude und Microsoft Copilot private Urlaubsfotos. Auch hier konnten die Systeme häufig zumindest das richtige Land oder die richtige Region bestimmen.

Betrüger bekommen völlig neue Möglichkeiten

Die eigentliche Gefahr ist nicht, dass eine KI Ihren Urlaubsort erkennt. Gefährlich wird es erst, wenn Kriminelle diese Information mit Ihren Social-Media-Profilen kombinieren. Ein Foto vor dem Kolosseum verrät: Sie sind gerade in Rom. Kurz darauf landet eine E-Mail im Postfach: „Wir haben eine ungewöhnliche Kreditkartenzahlung in Rom festgestellt. Bitte bestätigen Sie diese aus Sicherheitsgründen.“ Oder eine SMS informiert angeblich über eine geänderte Hotelbuchung oder fordert zur erneuten Zahlung einer Tour auf.

Weil die Nachricht genau zur aktuellen Reise passt, sinkt bei vielen Empfängern die Hemmschwelle, auf eine solche Nachricht zu reagieren. Genau diesen psychologischen Effekt nutzen Betrüger aus.

Diese Motive verraten besonders viel

Besonders leicht lassen sich Bilder mit auffälligen Details zuordnen. Dazu gehören:

  • berühmte Sehenswürdigkeiten,
  • auffällige Architektur,
  • Straßenschilder oder Ortsnamen,
  • bekannte Restaurants oder Hotels,
  • oder charakteristische Landschaften.

Je unverwechselbarer das Motiv, desto leichter kann eine KI den Aufnahmeort bestimmen.

So schützen Sie sich

Wer seine Urlaubsbilder nicht sofort veröffentlicht, macht es Betrügern deutlich schwerer. BILD empfiehlt:

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  • Urlaubsfotos möglichst erst nach der Rückkehr posten.
  • Standortdaten und Geo-Tags entfernen.
  • Hotelnamen oder Straßenschilder möglichst nicht zeigen.
  • Bei Nachrichten von Banken, Hotels oder Fluggesellschaften besonders vorsichtig sein, wenn sie sich auf den aktuellen Urlaub beziehen.
  • Links in E-Mails oder SMS niemals direkt anklicken, sondern Anbieter immer über deren offizielle Website oder App aufrufen.