Ryanair: Eltern zahlen extra für Sitzplatz neben Kind
Ryanair: Eltern zahlen für Sitzplatz neben Kind

Britische Behörde prüft Ryanair-Gebühren für Familiensitze

Die britische Wettbewerbsbehörde (CMA) hat Ermittlungen gegen die irische Fluggesellschaft Ryanair eingeleitet. Grund sind zusätzliche Kosten, die Eltern zahlen müssen, wenn sie im Flugzeug neben ihren Kindern sitzen möchten. Wie die BBC und der „Guardian“ berichten, verlangt Ryanair rund acht Pfund (etwa 9,30 Euro) pro Flug für die Platzierung eines Elternteils neben dem eigenen Kind.

Widerspruch zu eigenen Vorschriften

Das Problem: Ryanair schreibt selbst vor, dass ein Elternteil bei Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren sitzen muss. Die Airline vergibt dafür sogenannte „verpflichtende Familiensitze“. Die CMA untersucht nun, ob es rechtens ist, dass Ryanair seine Kunden dafür zahlen lässt, dass das Unternehmen die Luftfahrtvorschriften einhält. Diese Vorschriften legen auch Sicherheitsbestimmungen für Kinder fest.

Ryanair weist Vorwürfe zurück

Ryanair hat die Vorwürfe zurückgewiesen. In einer Stellungnahme, aus der die BBC zitiert, behauptet das Unternehmen, dass seine Familiensitzregelung „allen relevanten Gesetzen“ entspreche. Die CMA stellt fest, dass Ryanair die einzige große Fluggesellschaft ist, die Ziele außerhalb des Vereinigten Königreichs anfliegt und solche Gebühren erhebt. Andere Airlines lassen Eltern kostenlos neben ihren Kindern sitzen oder platzieren sie bereits bei der Buchung automatisch zusammen.

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Hintergrund: Ryanairs Gebührenpolitik

Die Billigfluggesellschaft arbeitet seit Jahren mit immer neuen Methoden, um günstige Flugtickets anzubieten und gleichzeitig die Gewinne zu steigern. Dies gelingt unter anderem durch Extrakosten für Dienstleistungen, die bei anderen Airlines selbstverständlich sind, wie Handgepäck, Snacks oder Sitzplatzreservierungen. Diese Praxis hat in der Vergangenheit bereits für Ärger gesorgt: In Deutschland gingen Verbraucherschützer gegen Ryanair und andere Billigflieger vor. Spanien verhängte 2024 eine Millionenstrafe gegen mehrere Fluggesellschaften, darunter Ryanair und Easyjet, wegen unzulässiger Gebühren für Handgepäck. Die aktuellen Ermittlungen der CMA könnten weitere Konsequenzen für die Airline haben.

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