Ryanair: Britische Wettbewerbsbehörde prüft Gebühr für Familienplätze
Ryanair: Gebühr für Familienplätze wird untersucht

Die britische Wettbewerbsbehörde hat eine Untersuchung gegen den irischen Billigflieger Ryanair eingeleitet. Grund ist eine Extragebühr von acht Pfund (mehr als neun Euro), die Eltern zahlen müssen, wenn sie neben ihren Kindern sitzen möchten. Die Behörde erklärte am Donnerstag, dass diese Gebühr für einen sogenannten Familienplatz möglicherweise eine „missbräuchliche Vertragsklausel“ darstelle. In Italien ist eine solche Gebühr bereits verboten.

Untersuchung der Gebührenpraxis

Auf den meisten Strecken mit Start in Großbritannien wird die Gebühr für einen Familiensitzplatz erhoben. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Ryanair muss mindestens ein Elternteil einen solchen Sitzplatz neben seinem Kind oder seinen Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren buchen. Für andere Passagiere ist eine Sitzplatzreservierung dagegen freiwillig, so die Behörde. Ryanair sei zudem die einzige große Fluggesellschaft in Großbritannien, die diese Gebühr erhebt.

Ryanair wehrt sich

In einer Stellungnahme bezeichnete Ryanair die Untersuchung als politisch motiviert und griff die britische Regierung scharf an. „Diese vorgetäuschte Untersuchung ist ein gescheiterter Versuch der Starmer-Regierung, den Anschein zu erwecken, als liege ihr das Wohl der Verbraucher am Herzen, obwohl sie es versäumt hat, die Fluggaststeuer abzuschaffen – was sofort zu niedrigeren Flugpreisen für alle Verbraucher sowie zu Wachstum für die britische Luftfahrt, den Tourismus und die Wirtschaft insgesamt führen würde“, so das Unternehmen.

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Man freue sich darauf, die „falschen Behauptungen im Rahmen dieser vorgetäuschten Untersuchung zu widerlegen“, teilte Ryanair weiter mit. Zudem erklärte die Fluggesellschaft, die Pflicht zur Buchung eines Familiensitzplatzes entspreche in vollem Umfang allen einschlägigen Gesetzen und Verordnungen. Eltern mit Kindern würden nur die Gebühr für einen Familiensitz zahlen, könnten aber bis zu vier Kinder mitnehmen. Die Untersuchung der britischen Behörde sei „falsch“.

Mögliche Strafen und weiteres Vorgehen

Die Wettbewerbsbehörde kündigte an, sie werde sich binnen der kommenden sechs Monate zum Stand ihrer Untersuchung äußern. Die Untersuchung ist Teil umfassenderer Bemühungen der Behörde, den Druck auf die Lebenshaltungskosten zu mildern, wie die BBC berichtet. Bei Verstößen gegen das Verbraucherrecht kann sie Unternehmen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes belegen.

Auch in Deutschland müssen Erwachsene bei Ryanair im Basic- oder Family-Plus-Tarif eine Sitzplatzreservierung erwerben, wenn sie für ihre mitreisenden Kinder unter zwölf Jahren kostenlose Sitzplätze reservieren wollen. Diese Gebühr liegt zwischen sechs und zehn Euro.

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