Nach den Enthüllungen des NDR über eine mutmaßliche „Schattendatenbank“ hat die Schufa einen Kommunikationsfehler eingeräumt. Die Großauskunftei schrieb an Journalisten, man habe „unterschätzt“, wie sehr die Menschen die Berichterstattung über den historischen Datenbestand überrascht habe. Auch BILD hatte über die historischen Datensätze berichtet. Die Schufa spricht von einem „Missverständnis in unserer Kommunikation“.
Warum die „Schattendatenbank“ so brisant ist
Die Enthüllung schlug so ein, obwohl auch andere Unternehmen Altdaten bis zu zehn Jahre speichern müssen. Im Gegensatz zur Schufa liegen diese Daten bei anderen Firmen jedoch weitgehend unberührt in Datenarchiven und werden nur bei Rechtsstreitigkeiten hervorgekramt. Die Schufa hingegen arbeitet mit diesen historischen Daten. Die mächtige Auskunftei versichert jedoch, dass der Verbraucher dadurch keine Nachteile habe.
Betroffen ist jeder Kunde in Deutschland, sofern er mindestens ein Girokonto besitzt. Die Schufa hat die Daten von rund 69 Millionen Menschen in ihrem Bestand. „Insofern können bis zu 69 Millionen Menschen betroffen sein“, so ein Sprecher vor gut zwei Wochen.
Schufa verteidigt Nutzung historischer Daten
Die Schufa argumentiert, dass neue Bonitätsmodelle nur auf Grundlage historischer Daten entwickelt werden könnten. Als Beispiel nennt das Unternehmen die statistische Auswertung, ob Personen mit mehreren Kreditaufnahmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums häufiger in Zahlungsschwierigkeiten geraten als andere Verbraucher.
Die Nichtregierungsorganisation AlgorithmWatch fordert die Schufa auf, die gesamten historischen Daten zu löschen. Das lehnt die Auskunftei jedoch strikt ab.



