Das Bundeskartellamt hat am Freitag in Bonn bekanntgegeben, dass der Tankrabatt, der im Mai und Juni gewährt wurde, zu rund 80 Prozent bei den Autofahrern angekommen ist. Konkret kamen 82,6 Prozent der Steuersenkung bei Diesel den Verbrauchern zugute, bei E5-Benzin waren es 77,8 Prozent. Der staatliche Rabatt in Form einer Senkung der Energiesteuer betrug eigentlich knapp 17 Cent pro Liter, wurde aber nicht vollständig weitergegeben. Bei Diesel ergab sich eine Lücke von 2,9 Cent, bei Benzin von 3,7 Cent.
Bewertung durch das Kartellamt
Kartellsamtschef Andreas Mundt erklärte: „Über den gesamten Zeitraum zeigt sich, dass die Steuerentlastung nicht vollständig, aber überwiegend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde.“ Rund um den 1. Juli stiegen die Preise an der Zapfsäule dann um 17 bis 19 Cent, was im erwartbaren Bereich lag. Der Tankrabatt hatte den Bund rund 1,6 Milliarden Euro gekostet und war von Ökonomen stark kritisiert worden, da er nicht zielgenau bedürftigen Menschen hilft.
Auswirkungen der 12-Uhr-Regel
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte als Folge des Krieges auch eine 12-Uhr-Regel eingeführt. Seitdem dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag zur Mittagszeit die Preise anheben, aber jederzeit senken. Dies soll für mehr Transparenz sorgen. Mundt sagte, es gebe seitdem deutlich weniger Schwankungen: „Im Durchschnitt werden die Preise heute nur noch knapp acht Mal täglich geändert – vor Einführung der Regel haben wir in manchen Fällen bis zu 50 Änderungen am Tag gesehen.“
Empfehlungen für Autofahrer
Kurz vor 12 Uhr sei es am günstigsten. Mundt ergänzte, man solle möglichst nie in den Stunden nach 12 Uhr tanken, da die mittägliche Preiserhöhung ab 18 Uhr schon wieder um fast 80 Prozent abgeschmolzen sei. Laut Kartellamt gab es im zweiten Quartal 2026 nur in gut zwei Prozent der Fälle Preiserhöhungen zu anderen Tageszeiten. Gegen Verstöße müssten die Länder vorgehen.



