Laut einer Umfrage des ADAC können zwar 96 Prozent der Kinder zwischen vier und zwölf Jahren Fahrrad fahren, doch viele mangelt es an entscheidenden Sicherheitsfertigkeiten. Nur etwa 60 Prozent der Sieben- bis Neunjährigen beherrschen laut Elternangaben den Schulterblick, das Handzeichen geben oder das Fahren mit einer Hand – Fähigkeiten, die für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlich sind.
Die Ergebnisse der ADAC-Umfrage
Für die repräsentative Erhebung wurden mehr als tausend Eltern in Deutschland mit Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren befragt. Die Daten zeigen, dass selbst bei den Zehn- bis Zwölfjährigen, die in der Regel eine Fahrradausbildung in der Schule absolviert haben, über 20 Prozent nicht sicher Handzeichen geben können. „Beim Anfahren, Abbiegen oder an Kreuzungen müssen Kinder mehrere Dinge gleichzeitig leisten: das Gleichgewicht halten, den Verkehr beobachten, Handzeichen geben und Regeln beachten“, betont der ADAC. Deshalb sei es so wichtig, dass Kinder sicheres Fahrradfahren lernten.
Herausforderungen im Straßenverkehr
Eine separate Umfrage unter Lehrkräften vom Mai ergab ähnliche Defizite: Etwa die Hälfte der Kinder hat demnach erhebliche Aufmerksamkeitsdefizite im Straßenverkehr, ein Drittel zeigt Schwierigkeiten, in entscheidenden Momenten richtig zu reagieren. Die Statistik der Verkehrsunfälle unterstreicht die Brisanz: Im Jahr 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen, davon 13 mit dem Fahrrad. Kollisionen mit Autos sind für Radfahrer besonders gefährlich.
Appell an Eltern und Schulen
Christina Tillmann, Vorständin der ADAC-Stiftung, erklärte: „Damit Kinder sicher mit dem Rad unterwegs sind, braucht es vor allem Übung und Vorbilder, und die finden sie zuerst bei den eigenen Eltern.“ Wer in den Sommerferien viel Zeit mit dem Nachwuchs auf dem Rad verbringe, mache sein Kind fit für den Schulweg und alle weiteren Strecken. Das sei eine bessere Alternative, als die Kinder im Elterntaxi zur Schule zu chauffieren. Die ADAC-Studie zeigt, dass regelmäßige Fahrpraxis und elterliches Vorbild entscheidend sind, um die Sicherheit der jungen Radfahrer zu erhöhen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Verkehrserziehung sowohl in Familien als auch in Schulen zu intensivieren.



