Zuckersteuer: Vorteile für alle, auch Limohersteller
Zuckersteuer: Vorteile für alle, auch Limohersteller

Die Getränkebranche läuft Sturm gegen eine Abgabe auf überzuckerte Getränke. Dabei ist diese längst überfällig – und bringt nur Vorteile, schreibt Katrin Terpitz in einem Kommentar. Deutschland ist „Europameister“ – nicht im Fußball, sondern im Konsum zuckriger Softdrinks. Knapp 26 Gramm flüssigen Zucker trinkt jeder Deutsche jeden Tag – das sind fast neun Zuckerwürfel. Kein anderer in Westeuropa trinkt mehr Zucker.

Alarmierende Zahlen zum Zuckerkonsum

Alarmierend: Die Deutschen konsumieren über Getränke sogar mehr Zucker als über Süßwaren (20 Gramm). Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 50 Gramm freien Zucker am Tag. Die Deutschen nehmen insgesamt fast doppelt so viel zu sich – etwa über Fertiggerichte wie Pizza oder Ketchup.

Der hohe Konsum zuckriger Limos und Energydrinks hat gravierende Folgen – gesundheitliche wie finanzielle: Ärzte machen sie mitverantwortlich für Karies, Adipositas und Diabetes Typ 2. Die Folgekosten belasten Gesundheitssystem und Arbeitgeber.

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Steuer als Lösung

In mehr als 100 Ländern gibt es eine „Softdrinksteuer“. Die ist auch in Deutschland längst überfällig – am Freitag will der Bundestag sie endlich beschließen. Getränkehersteller laufen Sturm dagegen, auch weil die Steuer womöglich schon 2027 kommt. Doch niemand hat sie gehindert, den Zuckergehalt schon vorher auf ein gesundes Maß zu senken.

Die Steuer würde nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch Einnahmen generieren, die in Präventionsprogramme fließen könnten. Zudem würden Hersteller angeregt, Rezepturen anzupassen – wie es in Großbritannien bereits erfolgreich praktiziert wird. Dort führte die Zuckersteuer zu einer deutlichen Reduktion des Zuckergehalts in Getränken, ohne dass die Unternehmen Umsatzeinbußen hinnehmen mussten.

Vorteile für alle

Von der Zuckersteuer profitieren also alle: die Verbraucher durch weniger Zucker, das Gesundheitssystem durch geringere Folgekosten und die Hersteller, die sich mit gesünderen Produkten neu positionieren können. Der Widerstand der Branche ist daher kurzsichtig. Die Politik sollte jetzt handeln und die Steuer beschließen – zum Wohle aller.

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