Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Einlagenzins im Euro-Raum unverändert bei 2,25 Prozent belassen. Dies gab Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Frankfurt bekannt. Die Entscheidung war von Experten und Marktteilnehmern erwartet worden, nachdem die EZB die Leitzinsen im Juni erstmals seit drei Jahren erhöht hatte.
Energiepreise treiben Inflation – EZB warnt vor weiteren Auswirkungen
Der rapide Anstieg der Energiepreise bereitet den Währungshütern weiterhin Sorgen. „Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch“, heißt es im Beschluss des EZB-Rats. Die Notenbanker deuten weiteren Handlungsbedarf an, ohne konkret zu werden: „Die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen.“
Die Öl-Sorte Brent ist so teuer wie seit Ende Mai nicht mehr. Europäisches Erdgas (TTF) kostet fast doppelt so viel wie vor dem Irankrieg. Da Europa unter dem Strich Energie importiert, schlagen die hohen Preise unmittelbar auf die Inflation durch. Viele Beobachter rechnen daher mit einer Zinserhöhung im September auf 2,5 Prozent. Investoren richten sich sogar auf zwei Zinserhöhungen bis Ende des Jahres ein.
Lagarde und Vujcic führen durch die Pressekonferenz
Die Pressekonferenz begann um 12:30 Uhr. Zunächst führte Präsidentin Lagarde durch die geldpolitischen Beschlüsse. An ihrer Seite stand ihr Vize Boris Vujcic. Die EZB-Chefin betonte, dass die Zinspause notwendig sei, um die weitere wirtschaftliche Entwicklung abzuwarten. „Die Energiepreise steigen rapide, aber die EZB hält die Zinsen vorerst konstant“, erklärte sie.
Der Einlagenzins gilt als Referenz dafür, wie sich Spar- und Kreditzinsen im Euro-Raum entwickeln. Nach dem neuerlichen Anstieg der Energiepreise erwarten viele Beobachter, dass die EZB den Zins im September auf 2,5 Prozent erhöht. Die Auswirkungen des Energieschocks sind laut EZB-Beschluss noch nicht vollständig zum Tragen gekommen.
Markterwartungen und Ausblick
Experten und Marktteilnehmer hatten mit der Zinspause gerechnet, nachdem die EZB die Leitzinsen im Juni erstmals seit drei Jahren erhöht hatte. Die steigenden Preise für Öl und Gas im Zuge des Irankriegs hatten die EZB vor sechs Wochen dazu veranlasst. Nun bleibt der Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Die nächste Zinssitzung der EZB findet im September statt.



