Die Entscheidung fiel nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am Mittwoch, bei der drei Mitglieder gegen den Beschluss stimmten. Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan votierten für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Diese Uneinigkeit ist für das konsensorientierte Gremium ungewöhnlich.
Uneinigkeit im Offenmarktausschuss
Die zwölf Mitglieder des FOMC waren sich selten so uneinig wie bei dieser Sitzung. Die drei abweichenden Stimmen fordern eine straffere Geldpolitik, um die Inflation stärker zu bekämpfen. Die Mehrheit jedoch sah keinen Handlungsbedarf, da die Teuerung als vorübergehend eingeschätzt wird.
Inflation und Energiepreise
Im Juni lag die Inflationsrate in den USA bei 3,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Vormonat. Für Juli wird jedoch ein erneuter Anstieg erwartet, getrieben durch die gestiegenen Ölpreise infolge der Nahost-Krise. HQ-Trust-Chefökonom Michael Heise kommentierte die Entscheidung: „Die Überraschung ist ausgeblieben. Ausschlaggebend dürfte die Einschätzung sein, dass die hohe Inflationsrate vor allem auf die gestiegenen Energiepreise zurückgeht und damit vorübergehend ist.“
Warsh' neue Kommunikationsstrategie
Fed-Chef Kevin Warsh verfolgt eine verhaltenere Informationspolitik als sein Vorgänger Jerome Powell. Unter Powell waren Zinsentscheidungen an den Märkten oft bereits antizipiert worden. Diesmal jedoch waren die Erwartungen gemischt. Bis zu 40 Prozent der Händler an den Terminmärkten hatten bis zuletzt eine Zinserhöhung für möglich gehalten.
Portfoliomanager Gordon Shannon vom Vermögensverwalter Twentyfour sagte dazu: „In der Powell-Ära wäre es äußerst ungewöhnlich gewesen, wenn die Märkte bis zum Tag der FOMC-Sitzung keine weitgehende Klarheit über die Entscheidung gehabt hätten. Die Situation bietet einen Vorgeschmack darauf, wie sich die von Warsh angestrebte Reduzierung der Forward Guidance in der Praxis auswirkt.“ Die Forward Guidance galt den Märkten als Orientierung für die Zinserwartung der Geldpolitik.
Auswirkungen auf die Märkte
Die Unsicherheit über die Geldpolitik könnte die Volatilität an den Finanzmärkten erhöhen. Anleger müssen sich nun darauf einstellen, dass die Fed weniger transparent kommuniziert. Dies könnte zu häufigeren Überraschungen bei Zinsentscheidungen führen. Die nächste Sitzung des FOMC findet im September statt, und die Marktteilnehmer werden die Daten zur Inflation und zum Arbeitsmarkt genau verfolgen.
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