Die Zahl der durch Fälschungen erworbenen Fischereischeine in Baden-Württemberg hat laut Experten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Reinhart Sosat, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg, berichtet von einer besorgniserregenden Entwicklung: „Ich arbeite seit 20 Jahren für den Verband. Das war damals schon immer wieder mal ein Fall. Mittlerweile melden sich Kommunen oder die Polizei allerdings etwa wöchentlich mit einem Fall. Da möchte ich nicht wissen, wie hoch die Dunkelziffer ist, die da durchrutscht.“
Häufig gefälschte Prüfungszeugnisse
Nach Angaben von Sosat fälschen die Verdächtigen vor allem Prüfungszeugnisse der Fischerprüfung, um sich dann bei den Kommunen einen Fischereischein ausstellen zu lassen. „Die Fischereischeine selber werden im Regelfall nicht so oft gefälscht, weil das sehr aufwendig ist“, erklärte er. Ein Problem sei, dass Mitarbeiter der Kommunen nicht häufig mit Prüfungszeugnissen in Kontakt kämen und daher Schwierigkeiten hätten, Fälschungen zu identifizieren.
Notwendige Ausbildung zum Fischereischein
Grundsätzlich müssen Angler in Baden-Württemberg einen im Land erworbenen Fischereischein vorlegen. Dafür ist unter anderem der Besuch von 32 Stunden Unterricht zu Fischarten, Ökologie der Gewässer und Artenschutz erforderlich, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt. Ein Sprecher betonte die Bedeutung dieser Ausbildung: „Ohne diese Kenntnisse können Tiere, Gewässer und Arten schweren Schaden nehmen. Dies wird mit einer anerkannten Ausbildung und Prüfung verhindert.“ Die zunehmenden Fälschungen untergraben diesen Schutz und gefährden die Gewässerökologie.
Reaktionen und Maßnahmen
Der Landesfischereiverband fordert verstärkte Kontrollen und eine bessere Schulung der Kommunalmitarbeiter, um Fälschungen zu erkennen. Die Polizei ermittelt in den gemeldeten Fällen, doch die Dunkelziffer bleibt hoch. Experten raten Anglern, nur offizielle Wege zur Erlangung des Fischereischeins zu nutzen, um Strafen und Umweltschäden zu vermeiden.



