Geburtenziffer in Bayern sinkt auf 1,34 – niedrigster Stand seit 2006
Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Bayern ist im Jahr 2025 auf 1,34 gesunken – der niedrigste Wert seit 2006. Das teilte das Landesamt für Statistik mit. Im Vorjahr lag die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) noch bei 1,39. Den Höchststand der letzten Jahrzehnte erreichte Bayern 2021 mit 1,61 Kindern pro Frau, dem Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie. Damals wurde der höchste Wert seit 1972 verzeichnet.
Die zusammengefasste Geburtenziffer ist ein hypothetischer Wert. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich zur Welt bringen würde, wenn ihr Geburtenverhalten dem aller 15- bis 49-jährigen Frauen in einem bestimmten Jahr entspräche.
Regionale Unterschiede: Schwaben vorn, Oberfranken Schlusslicht
Innerhalb Bayerns gibt es deutliche regionale Unterschiede. Der Regierungsbezirk Schwaben weist mit 1,43 die höchste Geburtenziffer auf, während Oberfranken mit 1,29 den niedrigsten Wert verzeichnet. Die übrigen Bezirke liegen dazwischen.
Besonders niedrige Werte finden sich in Universitätsstädten wie Würzburg, Erlangen oder Bayreuth. Laut Landesamt liegt dies daran, dass diese Städte zwar eine vergleichsweise junge Bevölkerung haben, der Fokus bei den meisten Frauen jedoch auf Studium, Ausbildung oder Berufseinstieg liegt und nicht auf Familiengründung. Dadurch treffe die Anzahl der lebend geborenen Kinder auf eine große Gesamtzahl von Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren, was die Ziffer senkt.
Unterschiede nach Staatsangehörigkeit
Betrachtet man die Geburtenziffer getrennt nach Staatsangehörigkeit, zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag die Geburtenziffer 2025 bei 1,25 Kindern pro Frau, bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei 1,70 Kindern pro Frau. Das Landesamt wertet diese Daten regelmäßig aus.
Rückgang der Geburtenzahl insgesamt
Im Jahr 2025 wurden in Bayern insgesamt 53.672 Mädchen und 56.892 Jungen lebend geboren – gut drei Prozent weniger als im Vorjahr 2024. Diese Zahlen basieren auf früheren Veröffentlichungen des Landesamts für Statistik. Der Trend sinkender Geburtenzahlen setzt sich damit fort, nachdem die Geburtenrate während der Pandemie vorübergehend angestiegen war.
Die aktuelle Entwicklung könnte langfristige Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur und die Sozialsysteme in Bayern haben. Experten beobachten die demografische Entwicklung mit Sorge, da eine niedrige Geburtenziffer langfristig zu einer Überalterung der Gesellschaft führen kann.



