Die Konrad-Adenauer-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim ist wegen eines Munitionsfunds vollständig gesperrt. Die Polizei hat die Vollsperrung in beide Fahrtrichtungen veranlasst. Auch für Fußgänger und Radfahrer ist die Brücke nicht mehr passierbar. Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes befinden sich auf dem Weg zur Fundstelle. Wie lange die Sperrung andauert, ist unklar.
Polizei warnt vor Sicherheitsrisiko
Wie die Polizei mitteilt, wurde der Fund am Morgen gemeldet. Sofort wurden die Beamten der örtlichen Inspektion sowie die Feuerwehr alarmiert. Nach einer ersten Begutachtung entschieden die Einsatzkräfte, die gesamte Brücke zu räumen. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Es sei davon auszugehen, dass der Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg stammt, hieß es. Eine genaue Bestimmung des Sprengkörpers stehe jedoch noch aus.
Der Kampfmittelräumdienst wird in den nächsten Stunden eintreffen. Er soll entscheiden, ob die Munition vor Ort entschärft oder unter Sicherheitsvorkehrungen abtransportiert wird. Solche Einsätze können sich über mehrere Stunden hinziehen. Die Polizei stellt klar, dass eine Entwarnung erst nach Abschluss der Untersuchung gegeben werden könne.
Verkehrsbehinderungen auf der B44
Die Sperrung der Brücke hat unmittelbare Folgen für den Straßenverkehr. Die Konrad-Adenauer-Brücke ist Bestandteil der Bundesstraße B44, die von Ludwigshafen über Mannheim nach Heidelberg führt. Da die Brücke die einzige unmittelbare Verbindung in diesem Bereich darstellt, müssen alle Fahrzeuge auf andere Routen ausweichen. Die Folge sind erhebliche Staus auf den Ausweichstrecken.
Die Polizei hat einen Umleitungsplan aktiviert. Autofahrer mit Ziel Ludwigshafen oder Mannheim sollten die Rheinbrücke der A6 beziehungsweise die Kurt-Schumacher-Brücke nutzen. Für den langsameren Verkehr wird die Fähre Altrip als Alternative empfohlen. Die Fahrzeiten verlängern sich nach ersten Einschätzungen um mindestens 30 Minuten.
Besonders betroffen ist der Berufsverkehr. Viele Pendler nutzen die Brücke täglich, um zwischen den beiden Städten zu wechseln. Da die Sperrung voraussichtlich bis in den Abend anhält, wird es auch im Feierabendverkehr zu Behinderungen kommen. Die Stadtwerke Ludwigshafen und Mannheim haben bereits angekündigt, die Taktung der Buslinien anzupassen.
Öffentlicher Nahverkehr betroffen
Neben dem Individualverkehr ist auch der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt. Mehrere Buslinien, die über die Brücke führen, müssen umgeleitet werden. Die Haltestellen auf der Brücke können nicht angefahren werden. Fahrgäste sollten die Lautsprecherdurchsagen an den Haltestellen beachten. Die Verkehrsunternehmen empfehlen, auf die Bahn auszuweichen, da die Schienenwege nicht betroffen sind.
Doch auch im Zugverkehr kann es zu Verspätungen kommen, da einige Regionalbuslinien als Zubringer zu den Bahnhöfen dienen. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) hat eine Sondersituation ausgerufen. Angestellte des Unternehmens sind im Einsatz, um die Fahrgäste über Alternativen zu informieren. Die Sperrung der Straßenbrücke hat keine Auswirkungen auf die Eisenbahnbrücke, die wenige hundert Meter entfernt liegt.
Die Konrad-Adenauer-Brücke in Zahlen
Die Konrad-Adenauer-Brücke wurde im Jahr 1967 eröffnet und ist seither eine der wichtigsten Straßenverbindungen der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Bauwerk ist rund 1,5 Kilometer lang und überspannt den Rhein sowie mehrere Uferstraßen. Über die Brücke führt die vierspurige B44. Geplant und gebaut wurde das Bauwerk in den 1960er-Jahren als Ersatz für ältere Fährverbindungen.
Die Brücke verbindet die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Sie ist damit ein Symbol für die Zusammenarbeit der beiden Nachbarstädte. Wirtschaftlich hat die Brücke enorme Bedeutung: Sie ist Teil der wichtigsten Pendlerachse der Region. Unternehmen in Ludwigshafen, etwa das Chemieunternehmen BASF, sind auf die reibungslose Anbindung ihrer Mitarbeiter angewiesen.
Erinnerungen an frühere Munitionsfunde
Munitionsfunde aus dem Zweiten Weltkrieg sorgen in der Rhein-Neckar-Region immer wieder für Großeinsätze. Im Bereich der ehemaligen Hafenbahn in Mannheim wurden mehrfach Fliegerbomben entdeckt. Die Entschärfung solcher Sprengkörper erfordert oft die Evakuierung von Hunderten Anwohnern. Auch auf dem Gelände der BASF in Ludwigshafen kam es in der Vergangenheit zu Munitionsfunden bei Bauarbeiten.
Die Behörden reagieren auf solche Vorkommnisse inzwischen routiniert. In einem gemeinsamen Lagezentrum von Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung werden die Maßnahmen koordiniert. Auch die Erfahrungen aus früheren Einsätzen fließen in die aktuelle Planung ein. Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität, betonen die Verantwortlichen.
Ausblick: Wird die Brücke heute wieder geöffnet?
Eine schnelle Freigabe der Brücke ist nach Einschätzung von Experten eher unwahrscheinlich. Der Kampfmittelräumdienst muss zunächst die Art und den Zustand der Munition feststellen. Anschließend wird entschieden, ob eine Entschärfung vor Ort möglich ist. In manchen Fällen ist es sinnvoller, die Munition an einem anderen Ort zu kontrolliert zur Explosion zu bringen. Das würde die Sperrung verlängern.
Die Polizei will im Laufe des Tages mehrfach über den Stand der Arbeiten informieren. Anwohner und Pendler werden gebeten, sich regelmäßig über die lokalen Nachrichten und die offiziellen Social-Media-Kanäle zu informieren. Für dringende Einsätze sind die Rettungsdienste weiterhin erreichbar. Die Feuerwehr hat sichergestellt, dass die Einsatzfahrzeuge die Umleitung nutzen können.
Die Konrad-Adenauer-Brücke bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die Behörden appellieren an die Verkehrsteilnehmer, die ausgeschilderten Umleitungen zu akzeptieren. Nur so könne der Verkehrsfluss aufrechterhalten werden. Ein Enddatum für die Sperrung gibt es nicht.



