Junge Frösche, Molche und Salamander in Baden-Württemberg leiden massiv unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit. Selbst nachdem die Larvenstadien den Übergang vom Wasser zum Land vollzogen haben, sind sie weiterhin stark gefährdet, wie der Fachbeauftragte des Naturschutzbundes (Nabu) Baden-Württemberg für Amphibien, Hans-Joachim Bek, erklärte. „Nur bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit können Amphibien auf Nahrungssuche gehen, da sie sonst Gefahr laufen, zu vertrocknen“, so Bek. Sie zögen sich dann in Erdlöcher, Ritzen oder Totholz zurück.
Jungtiere besonders betroffen
„Trocknen die Bodenschichten dann immer tiefer aus, verenden Amphibien unbemerkt“, erläuterte Bek. Insbesondere Jungtiere mit ihrem geringen Körper- und Feuchtigkeitsvolumen seien davon betroffen. Die anhaltende Dürre setze den Tieren erheblich zu, da sie auf feuchte Mikrohabitate angewiesen seien. Die aktuelle Witterung lasse diese jedoch immer schneller austrocknen.
Niederschlagsdefizit im Juni
Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg fielen im Juni lediglich 46 Millimeter Niederschlag – das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Mittels von 104 Millimetern. Der Monat belegt damit Rang 4 der trockensten Juni-Monate seit Beginn der Messreihe im Jahr 1961. Die Verdunstung nahm deutlich zu, während gleichzeitig kaum Niederschläge fielen, was den Trockenstress vieler Ökosysteme zusätzlich verschärfte.
Auswirkungen auf Ökosysteme
Trockenheit und Hitze belasten Böden und Vegetation stark. Die Landesanstalt für Umwelt betonte: „Die Verdunstung nahm deutlich zu, während gleichzeitig kaum Niederschläge fielen. Dadurch verschärfte sich der Trockenstress vieler Ökosysteme zusätzlich.“ Dies habe nicht nur direkte Folgen für Amphibien, sondern auch für die gesamte Artenvielfalt in den betroffenen Lebensräumen.
Der Nabu ruft dazu auf, in Gärten und auf öffentlichen Flächen Wasserstellen anzulegen und auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten, um den Amphibien das Überleben zu erleichtern. Auch das Belassen von Totholz und Laubhaufen könne als Rückzugsort dienen.



